Ayers Rock

Um halb neun Uhr morgens fuhren wir nach dem Frühstück mit unserem Auto los von Alice Springs nach Ayers Rock. 468 km durchs Outback lagen vor uns. Wir hatten so viel Spaß bei der Autofahrt. Die Umgebung ist karg aber dennoch unglaublich beeindruckend.

Damit wir nicht den ganzen Tag nur im Auto herum sitzen hatten wir uns vorgenommen, an wirklich jedem Roadstop anzuhalten, etwas herumzugehen, Kaffee oder Wasser trinken. So dass wir zwischen jedem Stopp immer nur Distanzen zwischen 60 und 80 Kilometern hatten. 

 

 

Im letzten Roadstop vor dem Ziel, dem Curtin Springs Roadstop, gab es dann den obligatorischen Burger zum Lunch. Es war ein sehr köstlicher Burger und der Roadstop war  zudem noch sehr schön.

 

Von hier aus war es nicht mehr so weit bis zum Ayers Rock Resort. Das Ayers Rock Resort ist soviel ich heraus gefunden habe, die einzige Übernachtungsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe des Ayers Rock. Das Resort bietet einen riesigen Camp Ground für Zelte, einen weiteren Camp Ground für Wohnmobile und fünf Hotels in unterschiedlicher Kategorie, weiterhin 4 Restaurants. 

Wir hatten uns für diese eine Nacht bei der Buchung Anfang des Jahres für die zweit“günstigste“ Variante, das Lost Camel Hotel, entschieden. Da das gebuchte Zimmer für diese eine Nacht 450 AUD kostet, hatten wir ein tolles Luxushotel erwartet. Was wir bekommen haben war ein Zimmer ohne Fenster. Stimmt nicht ganz – ein Fenster gab es in der Toilette und alle Achtung man konnte es sogar ein Stück aufkurbeln, so dass man, wenn man die Klotür aufgelassen hat, frische Luft ins Zimmer bekam und die Klimaanlage die nur Luft wirbelte ausschalten konnte. Und es gab ein nicht zu öffnendes Milchglasfenster in der Dusche. Wir waren wirklich enttäuscht und fühlten uns abgezockt.

Als wir uns am nächsten Morgen beim wirklich guten und abwechslungsreichen Frühstück (wenn auch im völlig überfüllten Restaurant), mit einem amerikanischen Ehepaar, die auch nur eine Nacht im Hotel „Sails in Desert“ unterhalten haben und sie uns erzählten das Zimmer würde um die 650 AUD für die Nacht kosten, haben wir die Anlage als wir zurück im Zimmer waren noch einmal gegoogelt und kamen irgendwann dahinter, dass man die Zimmer immer nur mit einem Mindestaufenthalt von 2 bzw. 3 Tagen je nach Hotel buchen kann. Das bedeutet, wir haben für die eine Nacht soviel bezahlt, wie für 2 bzw. 3 Nächte.

Das kratzt natürlich an meinem Perfektionismus, dass ich das nicht beim Buchen herausfinden konnte. Aber da es dem businessreiseerfahrenen amerikanischen Ehepaar auch so ergangen ist, tröstet mich das etwas.

Also – hier ein wichtiger Tipp: solltet ihr einen Besuch des Ayers Rock bei eurer Australienreise planen: Plant zwei oder drei Nächte im Ayers Rock Resort ein. Es gibt tolle Wanderungen, Hubschrauberflüge und vieles mehr zu unternehmen, großartige zu Sonnenauf- und -untergänge zu sehen. Und ihr ärgert euch nicht über zu viel Geld für ein sehr durchschnittliches Zimmer in einem durchschnittlichen und völlig überlaufenen Resort mit schlecht organisierten Restaurants.

Wir haben uns am Abend für ein Wok-Essen to go entschieden. Standen ca. 1/2 Stunde in der Schlange bis wir erst einmal bestellen konnten und warteten dann noch 45 Minuten bis das Take-away Essen fertig war, das wir dann draußen auf einem Platz gegessen haben. Alles nicht schlimm, und kann man ja mal machen, aber wenn man etwas ganz anderes erwartet … – ihr seid jetzt vorbereitet.

Ayers Rock

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Er ist überwältigend. Massiv. Wunderschön. Und auch wenn der Himmel bewölkt ist und er sich nicht in sein berühmtes Rot zum Sonnenuntergang färbt ist er beeindruckend zu bestaunen und es macht einfach Spaß mit all den anderen Ayers Rock Guckern auf dem Car Viewing Platz zu stehen und zu gucken. 

Alice Springs

Von Darwin aus flogen wir nach Alice Springs. Unser Flug ging morgens um 7 Uhr. Das bedeutet, wir müssen um 6 Uhr am Flughafen sein, was wiederum bedeutet: 5:30 Uhr Start bei Tess und Jeno. Die beiden sind extra für uns so super früh aufgestanden, um uns zum Flughafen zu bringen. Auch dafür vielen Dank! Wir haben hier so eine große Gastfreundschaft erfahren. 

In Alice Springs angekommen haben wir erst einmal unseren Leihwagen für die nächsten beiden Tage abgeholt. Wir hatten das Auto preiswert über FTI Touristik in Deutschland gebucht, über FTI ist auch die Versicherung abgeschlossen, der Vermieter vor Ort ist Hertz Autovermietung. Das Entgegennehmen des Autos hat problemlos funktioniert und wir fuhren zu unserem Hotel.

Wir hatten das Crown Plaza gebucht, weil wir über die Intercontinental-Hotels-Card so viele Punkte hatten, dass uns das Zimmer für diese eine Nacht 23.000 Punkte und nur 40 AUD (ca. 25 Euro) gekostet hat. Es ist ein ganz nettes Hotel, mit einem riesigen Fitness-Studio auf der einen Seite, einem Spielcasino und mehreren Restaurants auf der anderen Seite. 

Vom Hotel aus sind wir dann erst einmal zu Fuß ins Städtchen gegangen, da wir nach der Fliegerei ein bißchen Bewegung brauchten. Auf Empfehlung der netten Fitnesstrainerin, die wir befragt haben, sind wir in das wirklich schöne kleine Café im Botanic Garden. Berthold trank Kaffee und Wasser und ich ein großes Glas Rote Beete/Karotten/Ingwer-Saft. 

Vom Botanic Garden aus sind wir weiter in die Innenstadt zum Lunch, der weiteren Empfehlung folgend ins Page 27. Es waren beides wirklich gute Empfehlungen. 

Die hohe Tagestemperatur war durch die sehr trockene Luft und den leichten Windhauch sehr gut zu ertragen und ich habe zum ersten Mal aus Bertholds Mund die Worte: „Es ist eine schöne Wärme hier“ gehört. Und das bei 32 Grad. Das muss notiert werden. 

Zurück zum Hotel fuhren wir mit dem Taxi. Als wir die Taxifahrerin befragten, ob es problemlos ist abends durch die Stadt zu schlendern, riet sie uns jedoch davon ab, sie sagte, es sei nicht ungefährlich.

Sehr auffällig an Alice Springs sind die vielen Aborigines, die hier leben. Sie wandern etwas wie verloren und ziellos durch die Straßen auf und ab. Die Taxifahrerin sagte uns, dass sie tagsüber sehr viel Alkohol konsumieren, es daher abends nicht mehr so sicher in der Stadt ist. Weiterhin erzählte sie uns, dass die Aborigines ihre Kinder leider nicht in die Schule schicken und die Mädchen oft schon sehr früh mit 13/14 schon selbst Mütter würden. 

Einen richtigen Eindruck konnten wir natürlich nicht gewinnen. Aber durch das was ich bisher gehört habe, ist es ein wirkliches Problem mit vielen Familiengruppen der Aborigines. Offenbar steht und fällt die Lebensweise und Gesundheit einer Gruppe mit dem jeweiligen Chef der Familie. 

Der Staat sorgt für Schulausbildung in Boarding Schools, mit Geld, auch Häusern und medizinischer Versorgung für die Aborigines. Jedoch wird das Geld oft, eben je nach Familiengruppe für Alkohol ausgegeben, von den zur Verfügung gestellten Häusern inkl. Einrichtung wird verbrannt was aus Holz ist, weil Feuer so wichtig sind und die medizinische Versorgung funktioniert nur immer dann, wenn die Ärzte mit den Flugzeugen zu den verstreuten Familien (Dörfern) fliegen. Die Gruppen rufen oft die Ärzte in Krankheits- oder Notfällen nicht von alleine.

Tess ist beruflich Koordinatorin der Flüge und der jeweiligen Fachärzte etc. Allerdings nicht nur für die Aborigines, sondern für alle Australier die in den Outbacks leben. Daher konnte sie einiges darüber erzählen. 

Unseren Abend in Alice Springs verbrachten wir in unserem Hotel, mit einem Abendessen und einem kleinen leider nicht erfolgreichen Spiel am Roulettes Tisch. 

Corroboree Billabong in den Wetlands

Tess und Jeno haben uns zu einer 2-tägigen Hausboot- und Angel-Tour auf einem Billabong (australisch für Wasserloch) eingeladen. Das Corroboree Billabong ist ein Teil des Mary River. Von dem Billabong aus startet die Hausboot-Charter und man kann dann mit dem Boot in die Flussarme des Mary River fahren, solange sie genügend Wasser führen.

Um noch ein bißchen weiter auf den Wasserwegen herumzukommen, da das Hausboot ja nur sehr langsam voran kommt, hat Jeno den Trailer mit seinem Motorboot an das Auto gehängt und los ging die Tour in Richtung Wetlands.

Angekommen brachten wir zunächst das Gepäck und die Lebensmittel an Bord unseres Hausboots „Janine“. Danach kam das Motorboot ins Wasser. Tess fuhr das Motorboot bis wir mit dem Hausboot gestartet waren. Dann kam sie an Bord und das Motorboot zogen wir neben uns her. Die Fahrt in die unglaubliche, beeindruckende Wildnis der Wasserwege begann.

Berthold und ich kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Natur pur. Wildlife pur.

Immer weiter fuhren wir den Flusslauf entlang. Jeno brachte die Angeln hinten ins Wasser. Niemand sonst begegnete uns. Nur wir vier, das Hausboot und die Tiere um uns herum. Am Nachmittag suchten wir uns dann einen Ankerplatz für die Nacht. Da es etwas windig war suchten wir einen etwas geschützten Platz hinter einer Flussbiegung. Jeno fuhr vorwärts bis ans Ufer und warf den Anker an Land. Er stieg sogar kurz aus, um den Anker gut einzuhängen, während wir Ausschau nach Krokodilen hielten. 

Dann stiegen wir um ins Motorboot und brausten die Ufer entlang, immer auf der Suche nach Krokodilen und auch nach den wunderschönen Vögeln.

Wir sahen viele Seeadler, Jabiru‘s, Brolga-Kraniche, aber an Land auch Wallabies und natürlich Krokodile in allen Größen. 

Zurück auf dem Hausboot gingen wir nach oben auf die Terrasse um den Sundown mit Champagner und kleinen Snaggers zu genießen. Es war so wunderschön. Vor uns der Sonnenuntergang und hinter uns der gerade aufgegangene Vollmond. Was will man mehr?

Die Terrasse unten hatten wir rechtzeitig mit den Mossie-Netzen gesichert. Sobald die Sonne untergegangen war, gingen wir nach unten und Jeno grillte köstliche Steaks zu denen es Salat und Kartoffeln gab. 

Nach dem Essen brachten Tess und Jeno uns das Spiel Rummy-O bei. Wir hatten viel Spaß, einige Bier und Wein und gute Musik.

Wir schliefen wie in Abrahams Schoß, der frische Wind machte es angenehm kühl im Boot.

Am Morgen gab es ein Frühstück vom Grill: Spiegeleier, Bacon, halbierte Tomaten und dazu Bohnen und Multigrain-Toast. Hagen wäre glücklich über dieses Frühstück. 

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Jeno hatte schon wieder damit beschäftigt die Angel auszuwerfen. Auf dem Plan stand: Wir fangen einen Barramundi fürs Abendessen. Nach dem Frühstück holten wir den Anker ein und fuhren weiter den Mary River entlang. Wir sahen Krokodile die mitten im Fluß schwammen und die sich kurz bevor wir sie erreichten in aller Gemütlichkeit nach unten sinken ließen. 

Später hat Jeno mir beigebracht, die Angel auszuwerfen. Das sah bei ihm sowas von locker und leicht aus. Aber es ist wirklich eine besondere Technik. Ich war immer etwas zu zaghaft. Aber es klappte fürs erste Mal ganz gut. Zumindest so der Kommentar meines Lehrers. 

Immer mal wieder zwischendurch kam die Meldung, dass etwas an den Angeln im Heck angebissen hat. Aber leider waren es immer nur Catfishes. Diese sind nicht eßbar und sie haben sogar einen giftigen Stachel (das Internet sagt: „ …vor seiner ersten Rückenflosse und seinen Bauchflossen befindet sich ein starker gesägter Stachel, der mit Giftdrüsen verbunden ist und bei einem Stich erhebliche Schmerzen verursacht“).Wir haben die vier oder fünf gefangenen Catfish immer vom Haken befreit und wieder zurück ins Wasser geworfen.

Zum Lunch befestigten wir unser Hausboot mit dem Anker an einer Wurzel. Als wir gerade ganz gemütlich aßen, kam etwas stärkerer Wind auf und die Wurzel riss und wir trieben etwas ab. Also Essen stehen lassen, einer ans Steuer, einer hält den Ast bzw. Die Wurzel, Tess versucht den Anker von der  abgerissenen Wurzel zu befreien, ich buddel den Schmodder aus dem Anker und irgendwann sind wir wieder soweit, dass wir den Anker neu werfen können und unser Lunch in aller Ruhe beenden. 

Mittlerweile haben wir umgekehrt und fahren gemächlich schon einmal wieder in Richtung Billabong, da wir ja am nächsten Tag so gegen 10 Uhr morgens zurück sein müssen.

Immer wieder sehen wir im Wasser oder am Flussufer die Krokodile. Und einmal, retten wir sogar das Leben einer Kuh. Wir kamen gerade in dem Moment um eine Kurve gebogen, als fünf Kühe am Ufer ankamen um zu trinken. Sie bemerkten offenbar nicht, dass dort schon in aller Ruhe ein bestimmt 5 m langes Krokodil lag. Im Comic hätte es schon Messer und Gabel in den Händen. Es ging sicher um Sekunden. Die Kühe streckten gerade ihre Köpfe in Richtung Wasser, als wir sie, vielleicht durch den Bootsmotor oder die Musik, was auch immer, hochschreckten und sie weiter zurück zum Grasland liefen. Wow. So knapp war das. Ich bin froh, dass wir nicht fünf Minuten später kamen.

Man konnte richtig fühlen, wie doof das Krokodil das alles fand. No big lunch today. 

Am Nachmittag suchten wir uns wieder den Ankerplatz für die Nacht. Blickrichtung Sundown. Unser zuerst gewählter Uferplatz war leider auch schon belegt von einem Croc. Also sind wir zwei drei Meter weiter nach rechts. Geht ja auch. 

Berthold wollte für uns ein Curry zubereiten. Also sind Tess, Jeno und ich ins Motorboot umgestiegen und wieder den Fluß auf und ab gefahren, um Crocies zu finden. Wir fanden wirklich riesige Exemplare. Auch kleine und wieder viele Vögel um uns herum. Es sieht so beeindrucken aus, wenn die stolzen Seeadler in den Bäumen sitzen und so erhaben, wie die Jabiru’s am Ufer stehen.

Zurück an Bord gab es wieder einen Sundowner auf der oberen Terrasse, mit Champagner, Bier, Snaggers und diesmal auch supertruper Romeo y Julietta No.2 Zigarren für die Herren. Tess und ich haben sie angezündet und auch mal probiert 😊. Das war sehr lustig, weil Tess überhaupt noch nie in ihrem Leben geraucht hat.

Später gab es Bertholds Curry mit Reis und Bier und später Wein und weitere Rummy-O-Spiele und Musik und viel Spaß. Ein herrlicher Abend.

Und da Berthold und ich so ganz langsam eine Ahnung von diesem Leben auf dem Hausboot auf dem Billabong haben, könnte es für uns jetzt gerade losgehen, aber – es ist der letzte Abend auf dem Hausboot.

Wie schön ist unsere Welt. Was für wunderbare Menschen wir mit Tess und Jeno kennengelernt haben. Wir schliefen wieder wunderbar mit einer leichten Brise und einem 3 m Croc, 5 Meter neben uns. Am nächsten Morgen gingen wir schon vor dem Frühstück Anker auf, unser Crocie-Pet war immer noch da. Dann fuhren wir weiter zurück zum Billabong. Wir frühstückten während der Fahrt und packten alles zusammen.

Es waren so wundervolle und ausgefüllte Tage auf dem Hausboot. Und wohl typisch australisch, dass ihr uns erst hinterher auf einem Foto gezeigt habt, dass sich außer uns noch eine handtellergroße haarige Tarantel an Bord befand, laut Jeno komplett ungefährlich und Tess sagte sogar, es sei toll sie an Bord gehabt zu haben, weil sie alle Fliegen weg futtert 😊. Da muss man wohl als Australier geboren sein, um das so locker zu sehen. 😂

Auf dem Rückweg gab es noch einen Stopp am Humpty Doo Roadstop. Dort entstand das Foto mit dem Boxing Croc.

Vielen Dank liebe Tess und lieber Jeno, dass ihr uns so ungewöhnliche Plätze gezeigt habt. Das war ein für uns total ungewöhnlicher und mit Sicherheit bleibt es ein für immer unvergessener Ausflug.