Corroboree Billabong in den Wetlands

Tess und Jeno haben uns zu einer 2-tägigen Hausboot- und Angel-Tour auf einem Billabong (australisch für Wasserloch) eingeladen. Das Corroboree Billabong ist ein Teil des Mary River. Von dem Billabong aus startet die Hausboot-Charter und man kann dann mit dem Boot in die Flussarme des Mary River fahren, solange sie genügend Wasser führen.

Um noch ein bißchen weiter auf den Wasserwegen herumzukommen, da das Hausboot ja nur sehr langsam voran kommt, hat Jeno den Trailer mit seinem Motorboot an das Auto gehängt und los ging die Tour in Richtung Wetlands.

Angekommen brachten wir zunächst das Gepäck und die Lebensmittel an Bord unseres Hausboots „Janine“. Danach kam das Motorboot ins Wasser. Tess fuhr das Motorboot bis wir mit dem Hausboot gestartet waren. Dann kam sie an Bord und das Motorboot zogen wir neben uns her. Die Fahrt in die unglaubliche, beeindruckende Wildnis der Wasserwege begann.

Berthold und ich kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Natur pur. Wildlife pur.

Immer weiter fuhren wir den Flusslauf entlang. Jeno brachte die Angeln hinten ins Wasser. Niemand sonst begegnete uns. Nur wir vier, das Hausboot und die Tiere um uns herum. Am Nachmittag suchten wir uns dann einen Ankerplatz für die Nacht. Da es etwas windig war suchten wir einen etwas geschützten Platz hinter einer Flussbiegung. Jeno fuhr vorwärts bis ans Ufer und warf den Anker an Land. Er stieg sogar kurz aus, um den Anker gut einzuhängen, während wir Ausschau nach Krokodilen hielten. 

Dann stiegen wir um ins Motorboot und brausten die Ufer entlang, immer auf der Suche nach Krokodilen und auch nach den wunderschönen Vögeln.

Wir sahen viele Seeadler, Jabiru‘s, Brolga-Kraniche, aber an Land auch Wallabies und natürlich Krokodile in allen Größen. 

Zurück auf dem Hausboot gingen wir nach oben auf die Terrasse um den Sundown mit Champagner und kleinen Snaggers zu genießen. Es war so wunderschön. Vor uns der Sonnenuntergang und hinter uns der gerade aufgegangene Vollmond. Was will man mehr?

Die Terrasse unten hatten wir rechtzeitig mit den Mossie-Netzen gesichert. Sobald die Sonne untergegangen war, gingen wir nach unten und Jeno grillte köstliche Steaks zu denen es Salat und Kartoffeln gab. 

Nach dem Essen brachten Tess und Jeno uns das Spiel Rummy-O bei. Wir hatten viel Spaß, einige Bier und Wein und gute Musik.

Wir schliefen wie in Abrahams Schoß, der frische Wind machte es angenehm kühl im Boot.

Am Morgen gab es ein Frühstück vom Grill: Spiegeleier, Bacon, halbierte Tomaten und dazu Bohnen und Multigrain-Toast. Hagen wäre glücklich über dieses Frühstück. 

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Jeno hatte schon wieder damit beschäftigt die Angel auszuwerfen. Auf dem Plan stand: Wir fangen einen Barramundi fürs Abendessen. Nach dem Frühstück holten wir den Anker ein und fuhren weiter den Mary River entlang. Wir sahen Krokodile die mitten im Fluß schwammen und die sich kurz bevor wir sie erreichten in aller Gemütlichkeit nach unten sinken ließen. 

Später hat Jeno mir beigebracht, die Angel auszuwerfen. Das sah bei ihm sowas von locker und leicht aus. Aber es ist wirklich eine besondere Technik. Ich war immer etwas zu zaghaft. Aber es klappte fürs erste Mal ganz gut. Zumindest so der Kommentar meines Lehrers. 

Immer mal wieder zwischendurch kam die Meldung, dass etwas an den Angeln im Heck angebissen hat. Aber leider waren es immer nur Catfishes. Diese sind nicht eßbar und sie haben sogar einen giftigen Stachel (das Internet sagt: „ …vor seiner ersten Rückenflosse und seinen Bauchflossen befindet sich ein starker gesägter Stachel, der mit Giftdrüsen verbunden ist und bei einem Stich erhebliche Schmerzen verursacht“).Wir haben die vier oder fünf gefangenen Catfish immer vom Haken befreit und wieder zurück ins Wasser geworfen.

Zum Lunch befestigten wir unser Hausboot mit dem Anker an einer Wurzel. Als wir gerade ganz gemütlich aßen, kam etwas stärkerer Wind auf und die Wurzel riss und wir trieben etwas ab. Also Essen stehen lassen, einer ans Steuer, einer hält den Ast bzw. Die Wurzel, Tess versucht den Anker von der  abgerissenen Wurzel zu befreien, ich buddel den Schmodder aus dem Anker und irgendwann sind wir wieder soweit, dass wir den Anker neu werfen können und unser Lunch in aller Ruhe beenden. 

Mittlerweile haben wir umgekehrt und fahren gemächlich schon einmal wieder in Richtung Billabong, da wir ja am nächsten Tag so gegen 10 Uhr morgens zurück sein müssen.

Immer wieder sehen wir im Wasser oder am Flussufer die Krokodile. Und einmal, retten wir sogar das Leben einer Kuh. Wir kamen gerade in dem Moment um eine Kurve gebogen, als fünf Kühe am Ufer ankamen um zu trinken. Sie bemerkten offenbar nicht, dass dort schon in aller Ruhe ein bestimmt 5 m langes Krokodil lag. Im Comic hätte es schon Messer und Gabel in den Händen. Es ging sicher um Sekunden. Die Kühe streckten gerade ihre Köpfe in Richtung Wasser, als wir sie, vielleicht durch den Bootsmotor oder die Musik, was auch immer, hochschreckten und sie weiter zurück zum Grasland liefen. Wow. So knapp war das. Ich bin froh, dass wir nicht fünf Minuten später kamen.

Man konnte richtig fühlen, wie doof das Krokodil das alles fand. No big lunch today. 

Am Nachmittag suchten wir uns wieder den Ankerplatz für die Nacht. Blickrichtung Sundown. Unser zuerst gewählter Uferplatz war leider auch schon belegt von einem Croc. Also sind wir zwei drei Meter weiter nach rechts. Geht ja auch. 

Berthold wollte für uns ein Curry zubereiten. Also sind Tess, Jeno und ich ins Motorboot umgestiegen und wieder den Fluß auf und ab gefahren, um Crocies zu finden. Wir fanden wirklich riesige Exemplare. Auch kleine und wieder viele Vögel um uns herum. Es sieht so beeindrucken aus, wenn die stolzen Seeadler in den Bäumen sitzen und so erhaben, wie die Jabiru’s am Ufer stehen.

Zurück an Bord gab es wieder einen Sundowner auf der oberen Terrasse, mit Champagner, Bier, Snaggers und diesmal auch supertruper Romeo y Julietta No.2 Zigarren für die Herren. Tess und ich haben sie angezündet und auch mal probiert 😊. Das war sehr lustig, weil Tess überhaupt noch nie in ihrem Leben geraucht hat.

Später gab es Bertholds Curry mit Reis und Bier und später Wein und weitere Rummy-O-Spiele und Musik und viel Spaß. Ein herrlicher Abend.

Und da Berthold und ich so ganz langsam eine Ahnung von diesem Leben auf dem Hausboot auf dem Billabong haben, könnte es für uns jetzt gerade losgehen, aber – es ist der letzte Abend auf dem Hausboot.

Wie schön ist unsere Welt. Was für wunderbare Menschen wir mit Tess und Jeno kennengelernt haben. Wir schliefen wieder wunderbar mit einer leichten Brise und einem 3 m Croc, 5 Meter neben uns. Am nächsten Morgen gingen wir schon vor dem Frühstück Anker auf, unser Crocie-Pet war immer noch da. Dann fuhren wir weiter zurück zum Billabong. Wir frühstückten während der Fahrt und packten alles zusammen.

Es waren so wundervolle und ausgefüllte Tage auf dem Hausboot. Und wohl typisch australisch, dass ihr uns erst hinterher auf einem Foto gezeigt habt, dass sich außer uns noch eine handtellergroße haarige Tarantel an Bord befand, laut Jeno komplett ungefährlich und Tess sagte sogar, es sei toll sie an Bord gehabt zu haben, weil sie alle Fliegen weg futtert 😊. Da muss man wohl als Australier geboren sein, um das so locker zu sehen. 😂

Auf dem Rückweg gab es noch einen Stopp am Humpty Doo Roadstop. Dort entstand das Foto mit dem Boxing Croc.

Vielen Dank liebe Tess und lieber Jeno, dass ihr uns so ungewöhnliche Plätze gezeigt habt. Das war ein für uns total ungewöhnlicher und mit Sicherheit bleibt es ein für immer unvergessener Ausflug.  

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