Rottnest Island WA

Für unseren letzten gemeinsamen Ausflug hat Leanne für uns 2 Zimmer im Rottnest Hotel auf Rottnest Island, genannt Rotto gebucht. Das Hotel ist nicht mehr so ganz auf der Höhe, aber sauber und o.k.  Die Insel ist wieder einmal ein Traum. Wir kamen mit der Fähre an und sind von dort zu Fuß zu unserem Hotel gegangen. Das war nicht weit.

Rottnest Island ist eine reine Ferieninsel. Es gibt etliche Ferienbungalow-Anlagen in der Nähe des Fähranlegers und das Hotel in dem wir wohnten und einen Campingplatz für Zelte. Die Autos auf der Insel sind von der Inselverwaltung und es gibt ein paar Busse. Man bewegt sich mit dem Fahrrad fort, das man in der großen Fahrradvermietung auf der Insel bekommen kann oder man fährt mit einem der Busse, die den ganzen Tag um die Insel herum fahren.

Am Tag nach unserer Ankunft hatten Mike und ich Geburtstag. Und zur Feier des Tages haben wir uns vier Fahrräder gemietet und sind einmal komplett um die Insel herum gefahren. Von einer schönen Bucht zur nächsten. Weißer feiner Sand, kristallklares Wasser wohin man schaut. Oder schroffe Felsen und sanfte Hügel. Eine grüne Vegetation säumt den Weg und immer mal wieder huscht eine Echse, ein Skink oder in unserem Fall zweimal sogar eine Schlange über die Straße.

 

Es macht einfach nur Spaß die Hügel hinauf und hinunter über diese Insel zu radeln. Einmal rundherum sind es ca. 22 Kilometer.

 

 

Das tierische Highlight der Insel sind jedoch viel vielen Quokka die überall auf der Insel wohnen und die man gerne auch im Draußenbereich des Pubs antrifft. Es ist verboten die Tiere zu füttern oder anzufassen und wir haben auch auch daran gehalten. Alle machen das natürlich nicht. Und sie schaden den Tieren damit. 

Quokka sind Mini-Kängurus, die ca. 30 – 40 cm groß werden und wirklich ein extrem niedliches Gesichtlein haben. Eines der Quokka hatte sogar ein Baby im Bauch. Da schmilzt man geradewegs dahin vor lauter Niedlichkeit. 

Den Geburtstagsabend haben wir in einem netten Restaurant bei Wein und Dinner ausklingen lassen. Ein weitere schöner Abend mit Leanne und Mike.

Vielen Dank euch beiden, für alles was ihr uns hier in Western Australien gezeigt habt. Das waren ganz ungewöhnliche Touren, fernab von den üblichen Touristenpfaden. Vielen Dank Leanne und Mike für die Mühe, die ihr euch mit der Vorbereitung und der Planung gemacht habt und vielen Dank Mike für die vielen Kilometer, die du uns durch euer Western Australien gefahren hast. Es war eine wunderschöne Zeit mit euch und bei euch, mit vielen unvergesslichen Eindrücken.

Walpole WA

Unser letzter Anlaufpunkt der Tour was das Walpole Wilderness Resort. Das war für mich und Berthold das absolute Highlight dieser Tour.

 

Wir fuhren von Albany aus zunächst zum Torndirrup National Park und schauten uns dort die beeindruckende wilde felsige Küste an. Danach kamen wir an dem WA Agriculture College an, ein Internat, das Mike für drei Jahre besuchte. Dort in Denmark hatten wir dann eine kleine Frühstückspause in einem schönen Café. Danach zeigte uns Mike die Ortschaft und die Plätze seiner Zeit hier im Internat, geschmückt mit der einen und anderen Geschichte.

 

Von Denmark waren es noch ca. 80 Kilometer bis Walpole. Wir hielten unterwegs noch einmal an, weil Mike uns einen weiteren schönen Küstenabschnitt in einem Nature Reserve Irwin Inlet zeigte. Immer wieder beeindruckend wie schön diese Landschaft hier ist. Eine sehr schmale Bucht in die das Wasser hineingedrückt wird und in einer großen Fontäne nach oben spritzt und eine natürliche Brücke aus einem ausgewaschenen Felsen waren zu bestaunen.

 

In Walpole angekommen hatte man ein wenig das Gefühl, dass hier die Welt zu Ende ist. An der Straße entlang stehen einige Ferienhäuser, dann ein Café, eine Tankstelle, ein kleiner Supermarkt und ein Pub. Zu Essen bekamen wir im Pub trotzdem nichts mehr, weil es fünf Minuten nach zwei war und die Küche um zwei schließt. Also sind wir ins Café, dort gab es leckere Burger und ein Curry für Leanne. Danach haben wir noch Wein, Bier, Cracker, Käse und Oliven für den Abend eingekauft und weiter ging es zum Walpole Wilderness Resort, das wirklich mitten im Urwald liegt.

Schöne Holzhäuser, die an Blockhütten erinnern, stehen in einigem Abstand von einander auf grünen Wiesen voller Kängurus und eines der Häuser war von Leanne für uns reserviert. Wie romantisch. Die Häuser mit großer Terrasse, die Wiesen, die Kängurus, ein kleiner See, aus manchen Kaminen kommt ein dünnes Rauchwölkchen heraus und drumherum der große Wald.

Nachdem wir unsere Taschen ins Haus gebracht haben, sind wir erst einmal die für 1 oder 1 1/2 Stunden beschriebene Wanderstrecke gegangen. Durch den Wald einmal rund um das Resort und noch einmal rund um den kleinen See herum. Wie schön. Zum einen nach dem langen Sitzen im Auto und zum anderen, weil es einfach so ruhig ist und schön.

Zurück in unserer schönen Hütte haben wir erst einmal auf der Terrasse ein Bier getrunken und den Kängurus beim Grasen zugesehen. Welch eine Ruhe und Schönheit. Bis Mike dann den Kamin anzündete, wir Käse und Cracker etc. auf Schalen und Teller verteilt haben und wir es uns vor dem Kamin gemütlich gemacht haben. Es war ein schöner gemütlicher Abend.

Am nächsten Morgen öffneten Berthold und ich die Vorhänge und wir saßen im Bett und schauten nach draußen auf die Wiese mit den Kängurus, die schon wieder in der Kälte und trotz Regen fleißig grasten. Sehr lustig, dass die Kleinen ja einfach nur den Kopf aus dem Beutel stecken müssen um dann wenn die Mama sich bückt, selbst etwas Gras naschen können. Und was auch wirklich sehr niedlich aussieht ist, wenn das kleine Känguru vor seiner Mutter sitzt und nur den Kopf in den Beutel steckt um Milch zu trinken.

 

Walpole Wilderness Resort: Nicht gerade eine kurze Anreise, aber auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt in der Umgebung vieles zu sehen und zu unternehmen. Zum Beispiel: Eine Baumwipfel-Wanderung (die wir am Anreisetag gemacht haben) und einige andere schöne Wanderstrecken verschiedener Länge gibt es hier zu unternehmen. Außerdem kann man sich die großen Eukalyptus-Baumriesen anschauen, die bis zu 70 Meter hoch werden können und deren Stämme unglaubliche Ausmaße annehmen können. Auch hier gibt es Wanderstrecken, von der wir auch am Anreisetag eine kleinere unternommen haben. 

Albany WA

Vom verschlafenen Hyden aus fuhren wir morgens weiter in Richtung Albany. Unterwegs stoppten wir für ein Frühstück und wir schauten uns danach die großen Erntemaschinen an, die in dem Ort in dem wir frühstückten verkauft werden. Riesige Maschinen, die mit Hightech ernten und eggen und was auch immer gemacht werden muss.

An allen Straßenbaustellen an denen wir vorbei kamen, standen am Anfang und am Ende der Baustelle ein Arbeiter oder eine Arbeiterin mit einem Schild, auf dem auf einer Seite SLOW steht und auf der Rückseite auf rotem Grund STOP. Diese Arbeiter nennt man hier Lollipop-man oder Lollipop-girl.

Auf dem Weg in Richtung Albany wechselten die Getreidefelder wieder zu Viehzucht. Erst Schafe und dann später wieder Rinder, bis wir in Albany im Dog Rock Motel angekommen waren. Direkt vor dem Motel gibt es einen großen Felsen, der aussieht wie ein Hundekopf. Um den „Hals“ hat man dem Felsen ein Halsband aufgemalt und so ist es der Dog Rock. Hier in Albany bleiben wir zwei Nächte.

Am ersten Tag schauen wir uns ein wenig in dem Städtchen um. Wir schauen uns einen Nachbau eines alten Schiffes an, mit dem „in the old days“ wie Mike immer so schön sagt, die Siedler nach Australien kamen und/oder Waren geliefert oder exportiert wurden.

Am nächsten Tag stand die Walstation auf dem Programm. Albany hatte bis 1978 Walfang betrieben. Die ganze Stadt lebte mehr oder weniger vom Walfang. Die Führung durch die ehemalige Walfang-Station und auf das ehemalige Walfänger-Schiff war beeindruckend und auch schockierend. Unglaublich viele Wale wurden hier getötet und zerlegt und das alles nur um an das Walöl heranzukommen, dass sich in einer Drüse im Kopf befindet. 

Mittlerweile ist die Stadt stolz darauf, den Walfang eingestellt zu haben und dass sie sich, im Gegenteil sehr um den Schutz der Wale bemüht. Anfangs war das Ende des Walfangs eine Katastrophe, weil so viele Menschen von heute auf morgen keine Arbeit mehr hatten. Aber jetzt ist die Stadt wieder eine lebhafte und munter Ortschaft in einer traumhaft schönen Bucht mit einem großen natürlichen Hafen.

Ich schreibe immer riesig und groß und gigantisch. Das kommt mir schon selbst komisch vor, aber – Land und Wasser und Strände sind hier einfach immer GROSS. 

Wave Rock, Hyden WA

Die Taschen für die nächsten 5 Tage sind gepackt. Leanne und Mike haben eine weitere Rundreise durch den Südwesten von Western Australia mit uns geplant. Wir sind ganz überwältigt welche Mühe und Vorbereitungen die beiden unternommen haben, um uns ihren Teil von Australien zu zeigen.

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Unser erster Tag führt uns zum Wave Rock. Um dorthin zu kommen fahren wir ca. 350 km. Das ist für die hiesigen Entfernungen schon fast eine Kurzstrecke. Kerzengerade Straßen führen uns anfangs noch durch Weideland auf dem hauptsächlich Rinder grasen, dann eher Schafe, bis es auf einmal nur noch gigantische Getreidefelder gibt. Wirklich gigantisch. 

Das bedeutet, das vor langer Zeit die Wälder gerodet wurden und die gerodete Fläche wurde zu Ackerland.  Man nennt diese Gegend bis den Weizengürtel (Wheetbelt) Australiens. Riesige Silos speichern das Getreide, bevor es auf Zuganhänger oder auf die großen Anhänger der Roadtrains verladen wird. Das Getreide wird nach China, Indonesien etc. exportiert. 

Mike konnte uns eine Menge interessante Details über die verschiedenen Getreidearten erzählen. Wir haben nur so gestaunt, was er alles darüber weiß.

Auf dem Weg zum Wave Rock durfte ein Stopp an einem Road House nicht fehlen. Mike kannte ein Road House, in dem es sehr gute Burger gibt: The Corrigin Roadhouse. Das war wirklich ein ganz außergewöhnliches Roadhouse. 

 

Denn die Stadt ist bekannt für ihren „dog in the ute“-Wettbewerb. Und aus diesem Grund steht auch ein alter Ute (ein Pick-up-Auto) auf dem Dach des Roadhouse. Bei dem Contest geht es darum wo es die meisten Hunde hinten auf der Ladefläche des Ute gibt. Und der Rekordhalter ist Corrigin. Der ganze Ort ist voll Bildern und alten Ute mit Hundestatuen darin. 

Am Dorfrand gibt es auch einen ganz besonderen Hundefriedhof. Mit einer großen Hundestatue und vielen Hundegräbern. Selbstverständlich haben auch wir uns den Hundefriedhof nicht entgehen lassen.

Nach unserem Burger, der wirklich sehr gut geschmeckt hat, ging es weiter zum Wave Rock. Das ist ein riesiger Felsen der aussieht wie eine große Welle, die man absurden kann. Nach der Fotosession am Wave Rock sind wir dann noch auf den Felsen gewandert und hatten einen sehr schönen Ausblick über die Gegend. Leider wollte das Wetter nicht so recht mitspielen, so dass wir uns dann als es anfing zu regnen zum Auto gingen und dann weiter zum Wave Rock Motel fuhren, wo Leanne für uns für eine Nacht Zimmer gebucht hatte. 

 

Zum Wave Rock Motel gehört ein Pub und ein Restaurant, bzw. irgendwie zwei Restaurants. Eines mit Bedienung und eines, in dem es eine Theke gibt an der man Fleisch kauft, das man dann selbst grillt und dazu gibt es verschiedene Beilagen in einem Buffet. Sehr witzig. Und da Berthold und ich das nicht kannten, haben wir uns für diese Variante entschieden. Das war sehr witzig.

 

Nach dem Essen saßen wir noch etwas im Pub in dem wir eine Gruppe junger Männer kennengelernt haben, die als Backpacker gerade in der Gegend sind und auf den Getreidefeldern die Erntefahrzeuge fahren um sich ihre Weiterreise zu finanzieren. Sie sind 50 km weit von ihrer Farm aus gefahren, um in den Pub zu kommen.

Perth

Zurück in Perth: Leanne und Mike müssen in den nächsten beiden Tagen arbeiten, da sie nach Abschluss der Segelreise doch wieder von ihrem früheren Business eingeholt wurden und unversehens mit viel Spaß ein neues Unternehmen mit neuen Partnern gestartet haben. Also werden Berthold und ich Perth erkunden.

Perth ist eine sehr schöne, ruhige und moderne Stadt mit wunderschönen Parks und einigen interessanten Geschäften. Berthold und ich waren schon früh in der Stadt, so dass wir uns erst einmal nach einem guten Frühstücksrestaurant umgeschaut haben. Und wir haben auch wieder eines gefunden, das man weiterempfehlen kann: La Veen, in der King Street 90. 

Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich in eines der Kunstmuseen, aber das West Australia Arts hat dienstags Ruhetag und das Museum für Contemporary Arts hat zwar montags Ruhetag, aber das Museum bereitet gerade eine neue Ausstellung vor und diese startet erst am Freitag. Also sind wir durch die Stadt geschlendert und haben uns einen Eindruck über das Stadtleben verschafft. Es ist sommerlich warm und so kann man sich zwischendurch mal draußen hinsetzen und ein Wasser trinken.

Wir haben uns den modernen Bell-Tower nahe des Fährhafens angeschaut und überlegt ob wir eine Bootstour unternehmen sollen. Aber das haben wir erst einmal verschoben. Wir sind zurück durch einen kleinen Park zu den Einkaufsstraßen und haben für Berthold eine sehr schöne Cap und einen noch schöneren Hut bei Parkers gekauft. Parkers ist eines der ältesten Herrengeschäfte in Perth, erzählte uns die nette Verkäuferin. Uns hat das Geschäft sehr gut gefallen. Am Ende des Tags sind wir dann doch gut 12 km durch Perth spaziert und voller neuer Eindrücke mit dem Zug zurück zu dem Stadtteil gefahren, in dem Leanne und Mike wohnen. 

Am zweiten Tag brachte Mike uns am Vormittag zum Kings Park. Ein riesiger Park am höchsten Punkt von Perth mit grandiosem Ausblick über die Stadt und den Hafen. Der Park ist so angelegt, dass er die verschiedenen Vegetationen der verschiedenen Regionen West Australiens zeigt. Und da hier gerade Frühling ist, grünt und blüht es überall wohin man schaut. Blumenbeete in allen Farben und wunderschöne Baumfarne, ungewöhnliche Pflanzen und Bäume und ein gigantisch dicker Baobab-Baum. Da es ziemlich warm war, waren wir nach einer guten Stunde Sonne geschafft genug, um uns in ein Restaurant zu setzten und auf Mike zu warten, der dann auch schon ein paar Minuten später kam und wir hatten ein kleines gemeinsames Lunch.

Morgen fahren wir vier dann noch ein Stück weiter in den Süden als bei unserem Margaret River Ausflug. Wir fahren nach Albany, um dort ein paar Tage zu verbringen und die Umgebung zu erkunden. Bzw. Leanne und Mike zeigen uns die Geheimnisse dieser Region.

Dunsborough

Am Nachmittag landeten wir am Flughafen in Perth und wir wurden schon von unseren Freunden Leanne und Mike erwartet. So schön, dass wir uns endlich wieder einmal sehen!

Wir haben uns sehr gefreut, dass die beiden uns in ihr schönes Haus eingeladen haben.

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Am nächsten Vormittag sind wir dann schon zu unserem ersten gemeinsamen Ausflug gestartet. Drei Tage in Dunsborough. Hier wohnten wir in einem Ferienapartment und von hier aus waren dann die Ausflüge für jeden Tag von Leanne und Mike geplant.

Sie zeigten uns die Region aus der Leanne stammt, wo sie zur Schule gegangen ist und wie weit sie mit dem Fahrrad zu ihrer ersten Arbeitsstelle fahren mußte, wo sie auch Mike kennenlernte.

Und sie zeigten uns, wo sie sich ein großes Grundstück gekauft haben, um die Farm „Mooroo“ zu gründen. Die Pläne für das Haus stehen schon, die Archtitekten-Zeichnungen sind fertig und der Bau soll schon im Dezember/Januar beginnen. Berthold hat wunderschöne Drohnenaufnahmen von dem ganzen Grundstück gemacht.

Ein Berg an Limestone für die Umrandungen und die Pfosten des Zufahrtstores, ist schon auf dem nahen Grundstück von Leanne’s Bruder gelagert. Es ist super interessant, wie anders hier die Häuser geplant und gebaut werden. Das Haus ist eine Holzkonstruktion, die etwas an unsere Fachwerkhäuser erinnert. Wobei man diese Holzkonstruktion am Ende nicht sehen wird, sie wird verkleidet mit Dämmschichten, Holz oder Metall oder nach innen mit Rigips. Die Hohlräume werden aufgefüllt mit Dämmmaterial und alle Kabel und Rohre laufen durch die Wände. Der Strom wird durch Solarenergie und einen Generator geliefert und für die Wasserversorgung gibt es einen großen Regenwassertank. Wir besuchten Leanne’s Cousin der Häuser baut. Er gab Mike gute Ratschläge, was er unbedingt beachten muss und da er selbst das Projekt nicht übernehmen kann, gab er Leanne eine Liste von guten Handwerkern mit.

Außerdem besuchten wir gemeinsam eine Schreinerei. Riesige Bretter von dicken Bäumen, bei denen man an den Kanten noch die Baumrinde sehen kann,  werden hier über Jahre gestapelt und „gereift“ und aus zwei Brettern davon, die die beiden gemeinsam mit dem Schreiner auswählten, wird der große Esstisch so hergestellt, wie sie es sich wünschen und wie der Schreiner sie beraten hat. Das fand ich alles sehr spannend.

Leider war das Wetter während unserer Tage in Dunsborough nicht ganz so schön. Aber was macht uns denn der Regen aus, wenn wir durch eine wunderschöne Landschaft entlang des Margaret Rivers mit all den schönen Weingütern, Weiden und Wäldern gefahren werden und uns die schönsten Orte gezeigt werden?

Leanne zeigte uns die Farm auf der sie aufgewachsen ist. Riesige Farmgelände, die der Tante, dem Onkel oder Cousin gehören. Wahnsinn, wie viel Platz es hier gibt. Und nur glückliche Kühe und Schafe, weil sie auf riesigen Weiden grasen können. Zwischendurch sieht man auch große Gruppen von Kängurus. 

Und immer wieder landet man an wunderschönen, ewig langen Sandstränden oder beeindruckenden Klippen. Das ist eine wirklich unglaublich schöne Region und für uns so ungewöhnlich, weil sich Weideland und Farmgebiete mit Urwald und Badeorten mit großartigen Surf- und Wassersport-Spots abwechseln. Es gibt viele wunderschöne Wochenendehäuser hier und viele haben ein Motorboot, das ins Wasser gelassen wird und sie gehen am Wochenende aufs Wasser zum Angeln oder Relaxen. Schwimmen ist weiter draußen auf dem Wasser eher keine so gute Idee, weil es dort sehr viele Haie gibt.

An einem der Tage besuchten wir den Leuchtturm auf Cape Leeuwin. Hier genau an dieser Stelle treffen zwei Ozeane aufeinander: der Southern Ocean und der Indische Ozean. Ein Ort an dem einem die Weite des Meeres einmal mehr bewußt wird. Und einer der Lieblingsorte von Mike. Es ist schön für uns alle diese Orte gezeigt zu bekommen. Berthold war sehr stolz, an diesem Kap zu stehen. Es ist eines das auf seiner Liste der wichtigen Kap dieser Welt noch nicht abgehakt war. Ist es jetzt.  

Einer unserer Ausflüge führte uns in die Jewel Cave. Eine gigantische Tropfsteinhöhle die erst in den 80er Jahren entdeckt wurde und die wirklich wunderschöne und ungewöhnliche Tropfstein-Formationen hat. Sie führt in einen großen Tunnel tief unter der Erde. Von den 2000 Metern die diese Höhle lang ist, können 700 Meter besichtigt werden. 

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Da Leanne und Mike diese Gegend wie ihre Westentasche kennen, hatten wir auch immer sehr gute Restaurants für ein Lunch oder ein Dinner. 

Naja, so ganz die Westentasche vielleicht doch nicht, denn bei einem von Mike`s ansonsten landschaftlich wirklich wunderschönen „Shortcuts“ mit dem Auto durch den dichten Wald, war der Waldweg dann auf einmal dichter als erwartet. Leanne und ich auf den Rücksitzen verhielten uns sehr ruhig 🤫, während die Männer die Herausforderung annahmen und Berthold ab und zu ausstieg, um den einen und anderen großen Ast wegzuräumen, oder zur Seite zu halten, damit Mike durchfahren kann.

Was wir jetzt wissen ist: das neue Auto von Mike ist ein sehr gutes Four-Wheel-Drive-Auto und Mike ein guter Fahrer 😊,  und – die beiden Männer können gut im Team arbeiten. Während die Damen nicht ganz so begeistert waren und doch eher an die Kratzer im Lack und was hätte passieren können dachten, huschte den beiden Herren doch später noch bei jeder Erwähnung des Abenteuers ein verschwörerisches Lächeln durchs Gesicht. Und wie nach allen überstandenen Abenteuern herrscht ja am Ende die Erleichterung vor und man kann über die verschiedenen Situationen lachen. 

Selbstverständlich haben wir auch einige der schönen Weingüter in der für ihren guten Wein bekannten Margaret River Region besucht. Wir haben diverse Weine getestet und auch tatsächlich ein paar Flaschen gekauft. Ich bezweifle, dass wir diese in der Zeit hier zusammen trinken können, aber darum geht es ja nicht. 

Auf dem Weg zurück machten wir noch Halt in Bunbury um Barty und Leonny zu begrüßen. Wir haben die beiden auf unserer Segelreise kennengelernt. Sie waren zwei- oder sogar dreimal für einige Wochen mit Leanne und Mike auf der OOROO1 in der Karibik. Ein sehr herzliches Wiedersehen und Barty hatte extra für die Germans eine halbe Schwarzwälder Kirschtorte gekauft. Also gab es Kaffee und Kuchen und viele Erinnerungen über die Segelreise wurden bei den Gesprächen wieder wach.

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Adelaide

Von Kangaroo Island aus fuhren wir über die Weinregion McLaren nach Adelaide. Einer Empfehlung folgend besuchten wir das Weingut Samuels Gorge. Ein Weingut, wie man es sich vorstellt und zwei junge Winzer, die sehr gute Rotweine herstellen. Leider gab es dort nichts zu Essen, so dass wir von einer Weinprobe auf leeren Magen und mit noch 100 km Fahrtstrecke vor uns absahen. Aber Riley, einer der netten Winzer, hat uns ein Restaurant empfohlen, das mehr oder weniger auf unserer Strecke lag. Mitten zwischen den Weinfeldern gelegen: „The Currant Shed“. Hier haben wir wirklich gut gegessen.

Eigentlich wollten wir noch zurück zum Weingut Samuels Gorge, aber es wurde uns dann zu spät und wir wollten nur noch ankommen und das Auto abgeben. Nach all der Fahrerei der letzten Tage, heute hier, morgen dort, war es dann mal gut.

Adelaide empfing uns mitten in der Feierabendzeit extrem hektisch und unser gebuchtes Hotel, hält nicht was es im Internet versprochen hat. Offenbar sind hohe Punkte bei TripAdvisor nicht immer ein guter Ratgeber. Aber für zwei Nächte gehts. Wir konnten hier zumindest gut in der Guest Laundry unsere Wäsche waschen. Aber: Lausiges Hotel und noch lausigeres Internet. Ich kann noch nicht mal die Bilder für den Blog hochladen.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir dann ein Stamford Plaza. Und da wir in Melbourne so begeistert waren von unserem Stamford Plaza Hotel, sind wir einfach hinein und haben den Concierge nach einem Friseur für mich und einem schönen Restaurant befragt.

Für beides hatte er eine sehr gute Empfehlung: So war ich am nächsten Morgen bei „Madame Josephine“, Gilbert Place 19. Der Chef persönlich hat mir die Haare gefärbt (was dringend notwendig war) und zwischendurch, während die Farbe einwirkte, hat er auch noch Berthold die Haare geschnitten. Es war ein sehr schöner und lustiger Friseurbesuch.

Danach waren wir beide gut gelaunt und wollten herausfinden wo das vom Concierge empfohlene Restaurant ist. Es heißt „2 K.W.“ und befindet sich in der King William Street 2, in der 8. Etage. Da es gerade Lunch-Zeit war haben wir mit zwei kleinen Vorspeisen schon einmal die Küche getestet. Das Restaurant, das Essen und das Know How von Sébastien bzgl. der Weine und des Essens sind perfekt. Sébastien hat noch einmal bestätigt hat, dass Samuels Gorge eines der besten Weingüter der Region McLaren ist. Er sagte, wie auch das Ehepaar aus Adelaide, das wir auf dem Bremerton Weingut getroffen haben, dass dieses Weingut sein absoluter Favorit in dieser Region ist. Als wir sagten wir hätten nichts probiert, war er ganz enttäuscht und hat Berthold gleich einen der Rotweine dieses Weinguts eingeschenkt. Und Berthold war begeistert. (Also werden wir wohl ein paar Flaschen bestellen. Rotweinfreunde von Berthold aufgepaßt. Da steht eine Weinprobe an 😊)

Für den Abend haben wir uns einen Tisch im 2 K.W. reserviert. Sébastien hatte die Rotwein-Flasche vom Mittag für das Dinner beiseite gestellt. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn kennengelernt haben. Er kommt aus Frankreich, aus der Loire Gegend, hatte in England und Singapur ein eigenes Restaurant und ist seit fünf Jahren in Adelaide.  Das Konzept des Restaurants ist sehr interessant: alle Gerichte sind zum Teilen konzipiert. Das ist eine schöne Art gemeinsam auszuwählen und gemeinsam zu Essen.

Netterweise hat Sébastien uns ein paar Geheimtipps für Weingüter in der Region in West-Australien aufgeschrieben. Wir wissen ja noch nicht genau, was Leanne und Mike so mit uns geplant haben, aber vielleicht kommen wir ja an dem einen oder anderen Weingut von unserer Liste vorbei. Begegnungen und Kommunikation bereichern das Leben.

Morgen geht es weiter nach Perth. Wir freuen uns schon auf Leanne und Mike.