Von Port Fairy nach Robe

Ein langer Fahrt-Tag liegt hinter uns und wir haben den Bundesstaat Victoria verlassen und sind jetzt im Bundesstaat South Australia. Wir sind gut in Robe und im Harbour View Motel angekommen. Wir haben das Zimmer No. 1, direkt an der Straße, was aber nicht schlimm ist, weil hier so gut wie kein Verkehr herrscht. Das Auto steht wieder vor der Tür. Und tatsächlich haben wir ein Zimmer mit harbour view. Wir sind sehr freundlich an der Rezeption empfangen worden. 

Zunächst haben wir nach der langen Fahrt einen Spaziergang zum Hafen unternommen. Hier liegen die Boote für den Rock Lobster Fang, der am 1. Oktober wieder begonnen hat. Wie wir im Ort erfahren haben, gibt es, da die Fangsaison gerade gestartet ist, noch nicht viel Lobster in den Restaurant zu essen und wenn dann sehr teuer. Denn die meisten Lobster werden lebend nach China geliefert. Schade, wir hatten uns auf ein Lobster-Essen gefreut.

Die Fahrt hierher war wieder wunderschön und landschaftlich abwechslungsreich. Wir fuhren durch Gegenden mit riesigen Kuh- und Schafweiden, danach durch eine Region mit gigantischen Pinienwäldern, in der sehr viel Holzwirtschaft betrieben wird. Und später kamen wir an traumhaften Küstenorten vorbei.

Heute haben wir etwas mehr Glück mit dem Wetter. Es ist oft sonnig und etwas wärmer. Jedoch immer noch herrscht ein rauher eisiger Wind vor. Aber im Auto macht uns das gar nichts aus.

In Beachport stoppen wir, weil diese Ortschaft in unserem Reiseführer als besonders beschrieben ist. Hier gibt es einen der längsten Jetty’s Australiens: 772 m führt er ins derzeit tosende Meer hinaus. Wir sind trotzdem ein langes Stück auf dem Jetty gegangen.

Eine weitere Attraktion des Ortes sind die traumhaften Strände und Buchten. An einem Strand trafen wir einen Kite-Surfer, der heute seinen ersten Kite-Trip in diesem Jahr unternommen hat. Er war ganz froh, dass es endlich wieder los geht. 

Es gibt in Beachport den wunderschönen Bowman Scenic Drive, auf dem man durch eine Art Heidelandschaft mit Büschen und Zugängen zu Stränden oder zu Felsformationen am Meeresufer entlangfahren kann. Wirklich einzigartig. Und heute mit dem Sonnenschein leuchtet das Wasser türkis wie im Bilderbuch.

Jetzt am Abend werden wir noch einen kleinen Spaziergang durch Robe unternehmen. Morgen früh gehts weiter. Wieder eine längere Fahrtstrecke bis nach Victor Harbour.

Restaurant-Empfehlung: SAILS at Robe. Super leckerer Fisch, köstlicher Salat, guter Wein, sehr nette Bedienung.

Port Fairy

Bevor wir diesen wunderschönen Küstenort verlassen, unternehmen wir noch eine kleine Rundfahrt mit unserem Auto und schauen uns den kleinen Fischerhafen und die schönen Häuser ausgeschlafen und bei Tageslicht an.

Um danach wieder bei Rebecca in Rebecca‘s Café einzukehren und zu Frühstücken. Es ist so ein schöner Platz und Rebecca erinnert sich an uns, kommt an unseren Tisch und fragt, wie unser Abend gestern war und hatte sich schon Gedanken gemacht, ob wir denn auch alles gefunden haben, was sie uns gestern empfohlen hat.

Das Frühstück hält was das Café verspricht. Ich habe ein leckeres getoastetes Sauerteigbrot mit smashed Avocado, Rucolablättern, Minzeblättern und Ziegenkäse darauf gegessen und Berthold bestellte sich Eggs & Bacon auf Toast. Superlecker. Nicht zu vergessen die yummy Wholemeal-Fruit-Scones.

Ich mußte unbedingt das schöne Port Fairy noch einmal hervorheben. Bisher die schönste und angenehmste Ortschaft auf der Tour.

 

Von Apollo Bay nach Port Fairy

Kurz hinter Apollo Bay führt die Great Ocean Road etwas von der Küste weg und durch die Otway Ranges. Es ist eine wunderschöne Strecke durch komplett unterschiedliche Landschaften. Vorbei an vielen großen Weideflächen mit Rindern oder Schafen, durch sattgrüne hügelige Landschaften und dann wieder durch Primär-Regenwald mit riesigen Baumfarnen und unglaublich hohen und dicken Eukalyptusbäumen. 

Es gibt etliche Möglichkeiten für Wanderungen auf dieser Strecke. Wir bogen als erstes bei Maits Rest ab. Dort haben wir einen ca. 1/2 stündigen Rundweg durch den wirklich unglaublichen Urwald unternommen. Dann fuhren wir die Great Ocean Road weiter.

 

Nächster Stopp war die Cape Otway Lightstation. Diese Lightstation ist mittlerweile ein Freilichtmuseum und kostet 19 AUD pro Person Eintritt. Hier steht der älteste Leuchtturm Australiens von 1848 und bezeichnet den Eingang zur Bass-Straße. Da habe ich mich gestern vertan.

Es ist so unglaublich windig und kalt heute, dass es uns dort oben auf der Klippe, wo der Leuchtturm steht, fast wegweht. Also kehren wir, nachdem wir nur kurz die Aussicht genossen haben, in das super schöne kleine Café ein, das zu dieser alten Ansiedlung um den Leuchtturm gehört.

Von der Lightstation aus fuhren wir wieder zurück zur Great Ocean Road und weiter in Richtung unseres Tagesziels, um am Abzweig Triplet Falls wieder von unserer Route abzubiegen. Zu den Triplet Falls sind es ca 20 km zu fahren. Zwischendurch gab es von diesem Abzweig aus auch noch die Möglichkeit eine Baumwipfelwanderung oder eine 2,5 stündige Zip-Line-Tour durch die Baumwipfel zu unternehmen, aber dazu hatten wir dann keine Lust, das war uns zu überlaufen. Jedoch muss man auch sagen, dass hier gerade Frühlingsferien sind und man zu anderen Zeiten vielleicht etwas mehr Glück hat um etwas ruhigere Wipfelwanderungen zu unternehmen.

Am Ausgangspunkt zur Triplet Falls Wanderung standen nur 5 Autos. So gefällt uns das. Die Rundwanderung ist mit 2 Stunden beschrieben und wir waren auch gut 2 Stunden unterwegs. Dieser Wanderweg ist einfach nur schön. Der Duft, die Bäume mit den gigantischen Wurzeln, überall wuchert und wächst es. Die Farne stehen wie riesige Schirme am Wegesrand und dazu das Vogelgezwitscher … Berthold und ich wanderten glücklich und zufrieden und staunend den Weg zum Wasserfall. 

Wieder zurück auf der Great Ocean Road waren unser nächster Stopp die 12 Apostel. Große Felsen die vor der spektakulären Küste im Meer stehen. Von denen jedoch, nach dem letzten Felssturz im Juli 2005, nur noch 8 Felstürme übrig geblieben sind.

Da die 12 Apostel eine DER Attraktionen der Great Ocean Road sind, war hier natürlich auch ordentlich viel los. Die Aussichtspunkte standen voller Autos. Also entschlossen wir uns kurzfristig dazu, dass wir uns die Apostel und die London Bridge, eine weitere Felsformation im Wasser die wie eine Brücke aussieht, von oben anzuschauen, nämlich per Hubschrauber. Ein viertelstündiger Rundflug kostet 145 AUD pro Person.

Wir mußten eine gute halbe Stunde warten, bis es los ging. WAHNSINN. Ich bin im Hubschrauber geflogen. Alleine das war ja schon spektakulär. Für Berthold war es nicht der erste Hubschrauber-Flug, also hatte ich den Platz direkt am Fenster bekommen. Leute – Hubschrauber fliegen ist einfach unbeschreiblich. Das könnte glatt mein neues Hobby werden. 😉

Wir überflogen die Weiden zu den Klippen hin, dann die Apostel entlang. Unter uns schäumte das Meer an den steilen Wänden der Küste. Wir haben jede Minute des Fluges genossen. Und ich vor allem die Kurven. Und die Landung. Toll.

Nach so vielen Abstechern und Unternehmungen waren wir dann auch wirklich geschafft und die letzten 70 km bis Port Fairy fuhren wir dann durch.

Port Fairy, ein ehemaliger Walfangort, ist ein wunderschönes, idyllisches, kleines Städtchen, das sich noch den Charme aus der Kolonialzeit erhalten hat. Mit schönen Häusern, netten Cafés und einigen Restaurants. Da wir etwas zu früh fürs Dinner unterwegs waren, haben wir zunächst in Rebeccas Café einen Kaffee und einen Tee zum Aufwärmen getrunken. Rebecca ist sehr freundlich und das Café ist liebevoll sehr gemütlich eingerichtet. Und es gibt köstliche Multigrain-Scones. 

Für das Dinner haben wir uns für ein italienisches Restaurant entschieden. L’Edera, Bank Street 20. Das war eine sehr gute Entscheidung. Das Restaurant ist in einem schönen Gebäude, es ist gemütlich und sehr geschmackvoll eingerichtet und wir haben zu unserem wirklich guten Abendessen einen köstlichen italienischen Wein getrunken. Das ist ein schöner Abschluss eines  ereignisreichen Tages voller Eindrücke und Bildern.

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Wir übernachten in Port Fairy im Motel The Victoria. Wir haben ein kleines Apartment im Erdgeschoss, es gibt noch ein größeres über uns, mit dem wir uns eine Doppelgarage teilen. Coole Sache so ein Motel. Das Zimmer ist sauber und hat eine kleine Kochecke. Perfekt.

Da wir in der Frühlingsferienwoche unterwegs sind haben wir dann doch von Melbourne aus über booking.com alle Unterkünfte auf diesem Weg vorgebucht. Wir zahlen zwischen 90 und 120 Euro pro Nacht.