Adelaide

Von Kangaroo Island aus fuhren wir über die Weinregion McLaren nach Adelaide. Einer Empfehlung folgend besuchten wir das Weingut Samuels Gorge. Ein Weingut, wie man es sich vorstellt und zwei junge Winzer, die sehr gute Rotweine herstellen. Leider gab es dort nichts zu Essen, so dass wir von einer Weinprobe auf leeren Magen und mit noch 100 km Fahrtstrecke vor uns absahen. Aber Riley, einer der netten Winzer, hat uns ein Restaurant empfohlen, das mehr oder weniger auf unserer Strecke lag. Mitten zwischen den Weinfeldern gelegen: „The Currant Shed“. Hier haben wir wirklich gut gegessen.

Eigentlich wollten wir noch zurück zum Weingut Samuels Gorge, aber es wurde uns dann zu spät und wir wollten nur noch ankommen und das Auto abgeben. Nach all der Fahrerei der letzten Tage, heute hier, morgen dort, war es dann mal gut.

Adelaide empfing uns mitten in der Feierabendzeit extrem hektisch und unser gebuchtes Hotel, hält nicht was es im Internet versprochen hat. Offenbar sind hohe Punkte bei TripAdvisor nicht immer ein guter Ratgeber. Aber für zwei Nächte gehts. Wir konnten hier zumindest gut in der Guest Laundry unsere Wäsche waschen. Aber: Lausiges Hotel und noch lausigeres Internet. Ich kann noch nicht mal die Bilder für den Blog hochladen.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir dann ein Stamford Plaza. Und da wir in Melbourne so begeistert waren von unserem Stamford Plaza Hotel, sind wir einfach hinein und haben den Concierge nach einem Friseur für mich und einem schönen Restaurant befragt.

Für beides hatte er eine sehr gute Empfehlung: So war ich am nächsten Morgen bei „Madame Josephine“, Gilbert Place 19. Der Chef persönlich hat mir die Haare gefärbt (was dringend notwendig war) und zwischendurch, während die Farbe einwirkte, hat er auch noch Berthold die Haare geschnitten. Es war ein sehr schöner und lustiger Friseurbesuch.

Danach waren wir beide gut gelaunt und wollten herausfinden wo das vom Concierge empfohlene Restaurant ist. Es heißt „2 K.W.“ und befindet sich in der King William Street 2, in der 8. Etage. Da es gerade Lunch-Zeit war haben wir mit zwei kleinen Vorspeisen schon einmal die Küche getestet. Das Restaurant, das Essen und das Know How von Sébastien bzgl. der Weine und des Essens sind perfekt. Sébastien hat noch einmal bestätigt hat, dass Samuels Gorge eines der besten Weingüter der Region McLaren ist. Er sagte, wie auch das Ehepaar aus Adelaide, das wir auf dem Bremerton Weingut getroffen haben, dass dieses Weingut sein absoluter Favorit in dieser Region ist. Als wir sagten wir hätten nichts probiert, war er ganz enttäuscht und hat Berthold gleich einen der Rotweine dieses Weinguts eingeschenkt. Und Berthold war begeistert. (Also werden wir wohl ein paar Flaschen bestellen. Rotweinfreunde von Berthold aufgepaßt. Da steht eine Weinprobe an 😊)

Für den Abend haben wir uns einen Tisch im 2 K.W. reserviert. Sébastien hatte die Rotwein-Flasche vom Mittag für das Dinner beiseite gestellt. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn kennengelernt haben. Er kommt aus Frankreich, aus der Loire Gegend, hatte in England und Singapur ein eigenes Restaurant und ist seit fünf Jahren in Adelaide.  Das Konzept des Restaurants ist sehr interessant: alle Gerichte sind zum Teilen konzipiert. Das ist eine schöne Art gemeinsam auszuwählen und gemeinsam zu Essen.

Netterweise hat Sébastien uns ein paar Geheimtipps für Weingüter in der Region in West-Australien aufgeschrieben. Wir wissen ja noch nicht genau, was Leanne und Mike so mit uns geplant haben, aber vielleicht kommen wir ja an dem einen oder anderen Weingut von unserer Liste vorbei. Begegnungen und Kommunikation bereichern das Leben.

Morgen geht es weiter nach Perth. Wir freuen uns schon auf Leanne und Mike.

Kangaroo Island

Wir übernachteten als letzten Ort unserer Great Ocean Fahrt in Victor Harbor. Und kamen auf dem Weg dahin allmählich in die Weinregion von South Australia. Zufällig hielten wir beim Weingut Bremerton im Langhorne Creek an, um eine kleine Lunchpause zu machen. Wir landeten einen Treffer. Es gab eine Platte mit leckeren mediterranen Vorspeisen und der Weißwein, ein Verdelho mit dem schönen Namen Mollie & Merle, schmeckte dazu auch sehr köstlich. Wir hatten viel Spaß auf dem Weingut, zumal es nette Unterhaltung gab. 

 

Von Victor Harbor fuhren wir am nächsten Morgen zur Fähre nach Kangaroo Island. Man braucht ca. 45 – 60 Minuten. Da gerade Ferienzeit ist, wollten wir nicht zu spät kommen und sind sehr zeitig losgefahren. Das war super, denn wir waren die ersten in der „stand by“ Linie und kamen tatsächlich schon auf die frühere Fähre. Das Einparken auf der Fähre ist ein wahres Puzzlespiel und die beiden Einweiser sind echte Profis. Die Beifahrer müssen schon vorher aussteigen und die Fahrer kommen gerade so aus dem Auto heraus, was noch die einfachste Nummer ist. Rückwärts mit Wohnwagen oder Wohnmobil mit Hänger – alle Achtung. Hat aber alles funktioniert und soweit ich sehen konnte blieben alle Rückspiegel dran. 

Es war ein Sonntag als wir auf der Insel ankamen. Und von der Uhrzeit her zu früh, um in unser Apartment, das wir für die nächsten beiden Tage bewohnen einzuziehen. Aber in Penneshaw (hier legt die Fähre an und hier wohnen wir auch) ist sonntags Bauernmarkt. Das war schön. Die Damen der Umgebung verkaufen, was sie gebacken und gestrickt oder gebastelt haben und die Männer unterstützen sie oder verkaufen Honig von der Insel. Im Café gegenüber des Marktes haben wir draußen gesessen und Tee getrunken und das Treiben beobachtet.

Wir haben ein Apartment bei Lindsays of Kangaroo Island gebucht und wir waren ganz angetan von der Großzügigkeit unserer Unterkunft für die nächsten beiden Tage. Das Ehepaar, das dieses und ich glaube noch ein weiteres Apartment vermietet, wohnt auch im Haus und ist unglaublich nett und hilfsbereit und hat sehr gute Tipps, was man wo und in welchem Zeitrahmen unternehmen und erleben kann.

So haben sie uns eine wunderschöne Spazierstrecke (Lashmar Conservation Park) für den Nachmittag empfohlen, zu der wir nicht weit fahren mußten und auf der wir, nach einem schönen Pfad vom Parkplatz aus, an einem riesigen Strand gelandet sind, der als wir ankamen komplett leer war. Weißer Sand, das Meer, eilige „Hoodies“ (Hooded Plover, eine Vogelart die es nur hier gibt), die hin und her in ihrer Niedlichkeit über den Sand flitzten.

Auf dem Rückweg kamen dann ein paar Angler an den Strand, die am späten Nachmittag noch ihr Angelglück gesucht haben. Natürlich immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. So kam einer der Angler barfuß durch das Gestrüpp, während wir gerade wieder unsere Schuhe anzogen. Als ich ihn fragte, ob man den Weg zum Parkplatz auch ohne Schuhe gehen kann, erklärte er mir, dass man dazu als Australier geboren sein müßte. Touristen bräuchten dafür ihre Four-Wheel-Drive-Schuhe 😂. Die haben wir dann auch angezogen. Aber meine supertruper Entdeckerstiefel heißen ab jetzt Four-Wheel-Drive-Schuhe.

Heute sind wir dann schon früh losgefahren, um zum anderen Ende dieser größten Insel Australiens zu kommen. Zum Flinders Chase National Park. Ein riesiger Nationalpark, in dem es Wanderwege von ab 3 Stunden bis zu mehreren Tagen gibt. Wir hatten uns die drei Stunden Strecke vom Visitor Center aus vorgenommen und sind diese auch gegangen. Wunderschön. Leider haben wir keine besondere Tierbegegnung zu berichten. Naja, abgesehen von dem Koala, der schon direkt neben dem Parkplatz auf dem Baum saß und den lustigen Wildgänsen mit den kurzen Schnäbeln die einmal unseren Weg kreuzten, von denen die erwachsenen Tiere gelbe Schnäbel haben und das Jungtier einen blauen Schnabel hatte.

Die Kängurus verstecken sich tagsüber, ebenso wie die Schnabeltiere. Und Koalas haben wir keine weiteren entdeckt, zumal man ja auch nicht immer in die Bäume schauen kann beim Wandern.

Nach unserer Wanderung sind wir noch die Strecke weiter durch den Nationalpark bis zum Leuchtturm gefahren, bzw. zur Admirals Arch. Diese Cave haben wir allerdings nicht mehr erwandert. Zu viele Treppen für Bertholds strapazierte Knie. Wir sind jedoch zu dem Aussichtspunkt gegangen an dem man die Seerobben (Fur Seal) sehen kann, die auf den Steinen liegen und um die herum das Meer stäubt. Es war irre windig an der Steilküste.

Danach fuhren wir wieder ein Stück zurück in Richtung Visitor Center und bogen an einem Schotterweg noch rechts ab, zu einem gigantischen Aussichtspunkt „Weirs Cove“. An diesem Platz wurden zu früheren Zeiten, alle drei Monate, die Waren für die Leuchttumkolonie angeliefert. Um an die Ladung des Schiffes zu kommen wurden Treppenstufen in die bestimmt 200 m tiefe Steilwand geschlagen. Unten am wirklich tosenden Wasser waren noch Reste des alten Anlegers zu sehen. Um die Waren leichter nach oben zu bekommen wurde wohl auch irgendwann ein Seilzug konstruiert. Wieder etwas gelernt. Und Hut ab vor dem harten Leben unserer Vorfahren.

Unser nächster Stopp: die Remarkable Rocks, die wirklich remarkable sind. Riesige runde Felsbrocken mit großen Aushöhlungen lagen da plötzlich oben auf der Steilküste, zwischen all den schroffen Felsen herum. Wie aus einer anderen Welt dort fallen gelassen.

Und welch ein Glück: Auf dem Weg zurück konnten wir dann tatsächlich doch noch eine kleine Gruppe Kängurus beim Grasen beobachten. 

Kurz zu Kangaroo Island: Mittlerweile ist die komplette Insel Wilderness Protection Area. Es gibt viele Wandermöglichkeiten, unglaublich viel zu entdecken,  Möglichkeiten zur Tierbeobachtung, man kann hier gut Ruhe finden, im Sommer die langen schönen Strände nutzen. Trotz allem was die Insel zu bieten hat und trotz Frühlingsferien in Australien war hier wenig los. Wir haben auf dem Rückweg vom Nationalpark nach Penneshaw, der immerhin ca.165 km lang war, vielleicht 20 Autos gesehen.