Kangaroo Island

Wir übernachteten als letzten Ort unserer Great Ocean Fahrt in Victor Harbor. Und kamen auf dem Weg dahin allmählich in die Weinregion von South Australia. Zufällig hielten wir beim Weingut Bremerton im Langhorne Creek an, um eine kleine Lunchpause zu machen. Wir landeten einen Treffer. Es gab eine Platte mit leckeren mediterranen Vorspeisen und der Weißwein, ein Verdelho mit dem schönen Namen Mollie & Merle, schmeckte dazu auch sehr köstlich. Wir hatten viel Spaß auf dem Weingut, zumal es nette Unterhaltung gab. 

 

Von Victor Harbor fuhren wir am nächsten Morgen zur Fähre nach Kangaroo Island. Man braucht ca. 45 – 60 Minuten. Da gerade Ferienzeit ist, wollten wir nicht zu spät kommen und sind sehr zeitig losgefahren. Das war super, denn wir waren die ersten in der „stand by“ Linie und kamen tatsächlich schon auf die frühere Fähre. Das Einparken auf der Fähre ist ein wahres Puzzlespiel und die beiden Einweiser sind echte Profis. Die Beifahrer müssen schon vorher aussteigen und die Fahrer kommen gerade so aus dem Auto heraus, was noch die einfachste Nummer ist. Rückwärts mit Wohnwagen oder Wohnmobil mit Hänger – alle Achtung. Hat aber alles funktioniert und soweit ich sehen konnte blieben alle Rückspiegel dran. 

Es war ein Sonntag als wir auf der Insel ankamen. Und von der Uhrzeit her zu früh, um in unser Apartment, das wir für die nächsten beiden Tage bewohnen einzuziehen. Aber in Penneshaw (hier legt die Fähre an und hier wohnen wir auch) ist sonntags Bauernmarkt. Das war schön. Die Damen der Umgebung verkaufen, was sie gebacken und gestrickt oder gebastelt haben und die Männer unterstützen sie oder verkaufen Honig von der Insel. Im Café gegenüber des Marktes haben wir draußen gesessen und Tee getrunken und das Treiben beobachtet.

Wir haben ein Apartment bei Lindsays of Kangaroo Island gebucht und wir waren ganz angetan von der Großzügigkeit unserer Unterkunft für die nächsten beiden Tage. Das Ehepaar, das dieses und ich glaube noch ein weiteres Apartment vermietet, wohnt auch im Haus und ist unglaublich nett und hilfsbereit und hat sehr gute Tipps, was man wo und in welchem Zeitrahmen unternehmen und erleben kann.

So haben sie uns eine wunderschöne Spazierstrecke (Lashmar Conservation Park) für den Nachmittag empfohlen, zu der wir nicht weit fahren mußten und auf der wir, nach einem schönen Pfad vom Parkplatz aus, an einem riesigen Strand gelandet sind, der als wir ankamen komplett leer war. Weißer Sand, das Meer, eilige „Hoodies“ (Hooded Plover, eine Vogelart die es nur hier gibt), die hin und her in ihrer Niedlichkeit über den Sand flitzten.

Auf dem Rückweg kamen dann ein paar Angler an den Strand, die am späten Nachmittag noch ihr Angelglück gesucht haben. Natürlich immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. So kam einer der Angler barfuß durch das Gestrüpp, während wir gerade wieder unsere Schuhe anzogen. Als ich ihn fragte, ob man den Weg zum Parkplatz auch ohne Schuhe gehen kann, erklärte er mir, dass man dazu als Australier geboren sein müßte. Touristen bräuchten dafür ihre Four-Wheel-Drive-Schuhe 😂. Die haben wir dann auch angezogen. Aber meine supertruper Entdeckerstiefel heißen ab jetzt Four-Wheel-Drive-Schuhe.

Heute sind wir dann schon früh losgefahren, um zum anderen Ende dieser größten Insel Australiens zu kommen. Zum Flinders Chase National Park. Ein riesiger Nationalpark, in dem es Wanderwege von ab 3 Stunden bis zu mehreren Tagen gibt. Wir hatten uns die drei Stunden Strecke vom Visitor Center aus vorgenommen und sind diese auch gegangen. Wunderschön. Leider haben wir keine besondere Tierbegegnung zu berichten. Naja, abgesehen von dem Koala, der schon direkt neben dem Parkplatz auf dem Baum saß und den lustigen Wildgänsen mit den kurzen Schnäbeln die einmal unseren Weg kreuzten, von denen die erwachsenen Tiere gelbe Schnäbel haben und das Jungtier einen blauen Schnabel hatte.

Die Kängurus verstecken sich tagsüber, ebenso wie die Schnabeltiere. Und Koalas haben wir keine weiteren entdeckt, zumal man ja auch nicht immer in die Bäume schauen kann beim Wandern.

Nach unserer Wanderung sind wir noch die Strecke weiter durch den Nationalpark bis zum Leuchtturm gefahren, bzw. zur Admirals Arch. Diese Cave haben wir allerdings nicht mehr erwandert. Zu viele Treppen für Bertholds strapazierte Knie. Wir sind jedoch zu dem Aussichtspunkt gegangen an dem man die Seerobben (Fur Seal) sehen kann, die auf den Steinen liegen und um die herum das Meer stäubt. Es war irre windig an der Steilküste.

Danach fuhren wir wieder ein Stück zurück in Richtung Visitor Center und bogen an einem Schotterweg noch rechts ab, zu einem gigantischen Aussichtspunkt „Weirs Cove“. An diesem Platz wurden zu früheren Zeiten, alle drei Monate, die Waren für die Leuchttumkolonie angeliefert. Um an die Ladung des Schiffes zu kommen wurden Treppenstufen in die bestimmt 200 m tiefe Steilwand geschlagen. Unten am wirklich tosenden Wasser waren noch Reste des alten Anlegers zu sehen. Um die Waren leichter nach oben zu bekommen wurde wohl auch irgendwann ein Seilzug konstruiert. Wieder etwas gelernt. Und Hut ab vor dem harten Leben unserer Vorfahren.

Unser nächster Stopp: die Remarkable Rocks, die wirklich remarkable sind. Riesige runde Felsbrocken mit großen Aushöhlungen lagen da plötzlich oben auf der Steilküste, zwischen all den schroffen Felsen herum. Wie aus einer anderen Welt dort fallen gelassen.

Und welch ein Glück: Auf dem Weg zurück konnten wir dann tatsächlich doch noch eine kleine Gruppe Kängurus beim Grasen beobachten. 

Kurz zu Kangaroo Island: Mittlerweile ist die komplette Insel Wilderness Protection Area. Es gibt viele Wandermöglichkeiten, unglaublich viel zu entdecken,  Möglichkeiten zur Tierbeobachtung, man kann hier gut Ruhe finden, im Sommer die langen schönen Strände nutzen. Trotz allem was die Insel zu bieten hat und trotz Frühlingsferien in Australien war hier wenig los. Wir haben auf dem Rückweg vom Nationalpark nach Penneshaw, der immerhin ca.165 km lang war, vielleicht 20 Autos gesehen.

Ein Eintrag zu „Kangaroo Island

  • „Klasse, da haben sie ja doch noch ein Känguru un freier Wildbahn vor die Linse bekommen!“ –
    das war mein erster Gedanke, als ich die Fotos gesehen habe.
    „Und was für ein Prachtexemplar! Die kurzen Arme, die durchtrainierten Hinterbeine,
    immer zum Sprung bereit, und ein gut gefüllter Bauchbeutel“
    Erst beim zweiten Blick sah ich, dass es Berthold war – in der typischen Kängurupose, nahezu perfekt getarnt.
    Ganz in der Tradition von Grzimek und Sielmann!

    Nur noch eine Frage: das letzte Bild mit dem Koala auf dem Baum… ist der echt?
    oder wie ist Berthold den Baum hochgekommen?

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