Wave Rock, Hyden WA

Die Taschen für die nächsten 5 Tage sind gepackt. Leanne und Mike haben eine weitere Rundreise durch den Südwesten von Western Australia mit uns geplant. Wir sind ganz überwältigt welche Mühe und Vorbereitungen die beiden unternommen haben, um uns ihren Teil von Australien zu zeigen.

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Unser erster Tag führt uns zum Wave Rock. Um dorthin zu kommen fahren wir ca. 350 km. Das ist für die hiesigen Entfernungen schon fast eine Kurzstrecke. Kerzengerade Straßen führen uns anfangs noch durch Weideland auf dem hauptsächlich Rinder grasen, dann eher Schafe, bis es auf einmal nur noch gigantische Getreidefelder gibt. Wirklich gigantisch. 

Das bedeutet, das vor langer Zeit die Wälder gerodet wurden und die gerodete Fläche wurde zu Ackerland.  Man nennt diese Gegend bis den Weizengürtel (Wheetbelt) Australiens. Riesige Silos speichern das Getreide, bevor es auf Zuganhänger oder auf die großen Anhänger der Roadtrains verladen wird. Das Getreide wird nach China, Indonesien etc. exportiert. 

Mike konnte uns eine Menge interessante Details über die verschiedenen Getreidearten erzählen. Wir haben nur so gestaunt, was er alles darüber weiß.

Auf dem Weg zum Wave Rock durfte ein Stopp an einem Road House nicht fehlen. Mike kannte ein Road House, in dem es sehr gute Burger gibt: The Corrigin Roadhouse. Das war wirklich ein ganz außergewöhnliches Roadhouse. 

 

Denn die Stadt ist bekannt für ihren „dog in the ute“-Wettbewerb. Und aus diesem Grund steht auch ein alter Ute (ein Pick-up-Auto) auf dem Dach des Roadhouse. Bei dem Contest geht es darum wo es die meisten Hunde hinten auf der Ladefläche des Ute gibt. Und der Rekordhalter ist Corrigin. Der ganze Ort ist voll Bildern und alten Ute mit Hundestatuen darin. 

Am Dorfrand gibt es auch einen ganz besonderen Hundefriedhof. Mit einer großen Hundestatue und vielen Hundegräbern. Selbstverständlich haben auch wir uns den Hundefriedhof nicht entgehen lassen.

Nach unserem Burger, der wirklich sehr gut geschmeckt hat, ging es weiter zum Wave Rock. Das ist ein riesiger Felsen der aussieht wie eine große Welle, die man absurden kann. Nach der Fotosession am Wave Rock sind wir dann noch auf den Felsen gewandert und hatten einen sehr schönen Ausblick über die Gegend. Leider wollte das Wetter nicht so recht mitspielen, so dass wir uns dann als es anfing zu regnen zum Auto gingen und dann weiter zum Wave Rock Motel fuhren, wo Leanne für uns für eine Nacht Zimmer gebucht hatte. 

 

Zum Wave Rock Motel gehört ein Pub und ein Restaurant, bzw. irgendwie zwei Restaurants. Eines mit Bedienung und eines, in dem es eine Theke gibt an der man Fleisch kauft, das man dann selbst grillt und dazu gibt es verschiedene Beilagen in einem Buffet. Sehr witzig. Und da Berthold und ich das nicht kannten, haben wir uns für diese Variante entschieden. Das war sehr witzig.

 

Nach dem Essen saßen wir noch etwas im Pub in dem wir eine Gruppe junger Männer kennengelernt haben, die als Backpacker gerade in der Gegend sind und auf den Getreidefeldern die Erntefahrzeuge fahren um sich ihre Weiterreise zu finanzieren. Sie sind 50 km weit von ihrer Farm aus gefahren, um in den Pub zu kommen.

Perth

Zurück in Perth: Leanne und Mike müssen in den nächsten beiden Tagen arbeiten, da sie nach Abschluss der Segelreise doch wieder von ihrem früheren Business eingeholt wurden und unversehens mit viel Spaß ein neues Unternehmen mit neuen Partnern gestartet haben. Also werden Berthold und ich Perth erkunden.

Perth ist eine sehr schöne, ruhige und moderne Stadt mit wunderschönen Parks und einigen interessanten Geschäften. Berthold und ich waren schon früh in der Stadt, so dass wir uns erst einmal nach einem guten Frühstücksrestaurant umgeschaut haben. Und wir haben auch wieder eines gefunden, das man weiterempfehlen kann: La Veen, in der King Street 90. 

Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich in eines der Kunstmuseen, aber das West Australia Arts hat dienstags Ruhetag und das Museum für Contemporary Arts hat zwar montags Ruhetag, aber das Museum bereitet gerade eine neue Ausstellung vor und diese startet erst am Freitag. Also sind wir durch die Stadt geschlendert und haben uns einen Eindruck über das Stadtleben verschafft. Es ist sommerlich warm und so kann man sich zwischendurch mal draußen hinsetzen und ein Wasser trinken.

Wir haben uns den modernen Bell-Tower nahe des Fährhafens angeschaut und überlegt ob wir eine Bootstour unternehmen sollen. Aber das haben wir erst einmal verschoben. Wir sind zurück durch einen kleinen Park zu den Einkaufsstraßen und haben für Berthold eine sehr schöne Cap und einen noch schöneren Hut bei Parkers gekauft. Parkers ist eines der ältesten Herrengeschäfte in Perth, erzählte uns die nette Verkäuferin. Uns hat das Geschäft sehr gut gefallen. Am Ende des Tags sind wir dann doch gut 12 km durch Perth spaziert und voller neuer Eindrücke mit dem Zug zurück zu dem Stadtteil gefahren, in dem Leanne und Mike wohnen. 

Am zweiten Tag brachte Mike uns am Vormittag zum Kings Park. Ein riesiger Park am höchsten Punkt von Perth mit grandiosem Ausblick über die Stadt und den Hafen. Der Park ist so angelegt, dass er die verschiedenen Vegetationen der verschiedenen Regionen West Australiens zeigt. Und da hier gerade Frühling ist, grünt und blüht es überall wohin man schaut. Blumenbeete in allen Farben und wunderschöne Baumfarne, ungewöhnliche Pflanzen und Bäume und ein gigantisch dicker Baobab-Baum. Da es ziemlich warm war, waren wir nach einer guten Stunde Sonne geschafft genug, um uns in ein Restaurant zu setzten und auf Mike zu warten, der dann auch schon ein paar Minuten später kam und wir hatten ein kleines gemeinsames Lunch.

Morgen fahren wir vier dann noch ein Stück weiter in den Süden als bei unserem Margaret River Ausflug. Wir fahren nach Albany, um dort ein paar Tage zu verbringen und die Umgebung zu erkunden. Bzw. Leanne und Mike zeigen uns die Geheimnisse dieser Region.

Dunsborough

Am Nachmittag landeten wir am Flughafen in Perth und wir wurden schon von unseren Freunden Leanne und Mike erwartet. So schön, dass wir uns endlich wieder einmal sehen!

Wir haben uns sehr gefreut, dass die beiden uns in ihr schönes Haus eingeladen haben.

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Am nächsten Vormittag sind wir dann schon zu unserem ersten gemeinsamen Ausflug gestartet. Drei Tage in Dunsborough. Hier wohnten wir in einem Ferienapartment und von hier aus waren dann die Ausflüge für jeden Tag von Leanne und Mike geplant.

Sie zeigten uns die Region aus der Leanne stammt, wo sie zur Schule gegangen ist und wie weit sie mit dem Fahrrad zu ihrer ersten Arbeitsstelle fahren mußte, wo sie auch Mike kennenlernte.

Und sie zeigten uns, wo sie sich ein großes Grundstück gekauft haben, um die Farm „Mooroo“ zu gründen. Die Pläne für das Haus stehen schon, die Archtitekten-Zeichnungen sind fertig und der Bau soll schon im Dezember/Januar beginnen. Berthold hat wunderschöne Drohnenaufnahmen von dem ganzen Grundstück gemacht.

Ein Berg an Limestone für die Umrandungen und die Pfosten des Zufahrtstores, ist schon auf dem nahen Grundstück von Leanne’s Bruder gelagert. Es ist super interessant, wie anders hier die Häuser geplant und gebaut werden. Das Haus ist eine Holzkonstruktion, die etwas an unsere Fachwerkhäuser erinnert. Wobei man diese Holzkonstruktion am Ende nicht sehen wird, sie wird verkleidet mit Dämmschichten, Holz oder Metall oder nach innen mit Rigips. Die Hohlräume werden aufgefüllt mit Dämmmaterial und alle Kabel und Rohre laufen durch die Wände. Der Strom wird durch Solarenergie und einen Generator geliefert und für die Wasserversorgung gibt es einen großen Regenwassertank. Wir besuchten Leanne’s Cousin der Häuser baut. Er gab Mike gute Ratschläge, was er unbedingt beachten muss und da er selbst das Projekt nicht übernehmen kann, gab er Leanne eine Liste von guten Handwerkern mit.

Außerdem besuchten wir gemeinsam eine Schreinerei. Riesige Bretter von dicken Bäumen, bei denen man an den Kanten noch die Baumrinde sehen kann,  werden hier über Jahre gestapelt und „gereift“ und aus zwei Brettern davon, die die beiden gemeinsam mit dem Schreiner auswählten, wird der große Esstisch so hergestellt, wie sie es sich wünschen und wie der Schreiner sie beraten hat. Das fand ich alles sehr spannend.

Leider war das Wetter während unserer Tage in Dunsborough nicht ganz so schön. Aber was macht uns denn der Regen aus, wenn wir durch eine wunderschöne Landschaft entlang des Margaret Rivers mit all den schönen Weingütern, Weiden und Wäldern gefahren werden und uns die schönsten Orte gezeigt werden?

Leanne zeigte uns die Farm auf der sie aufgewachsen ist. Riesige Farmgelände, die der Tante, dem Onkel oder Cousin gehören. Wahnsinn, wie viel Platz es hier gibt. Und nur glückliche Kühe und Schafe, weil sie auf riesigen Weiden grasen können. Zwischendurch sieht man auch große Gruppen von Kängurus. 

Und immer wieder landet man an wunderschönen, ewig langen Sandstränden oder beeindruckenden Klippen. Das ist eine wirklich unglaublich schöne Region und für uns so ungewöhnlich, weil sich Weideland und Farmgebiete mit Urwald und Badeorten mit großartigen Surf- und Wassersport-Spots abwechseln. Es gibt viele wunderschöne Wochenendehäuser hier und viele haben ein Motorboot, das ins Wasser gelassen wird und sie gehen am Wochenende aufs Wasser zum Angeln oder Relaxen. Schwimmen ist weiter draußen auf dem Wasser eher keine so gute Idee, weil es dort sehr viele Haie gibt.

An einem der Tage besuchten wir den Leuchtturm auf Cape Leeuwin. Hier genau an dieser Stelle treffen zwei Ozeane aufeinander: der Southern Ocean und der Indische Ozean. Ein Ort an dem einem die Weite des Meeres einmal mehr bewußt wird. Und einer der Lieblingsorte von Mike. Es ist schön für uns alle diese Orte gezeigt zu bekommen. Berthold war sehr stolz, an diesem Kap zu stehen. Es ist eines das auf seiner Liste der wichtigen Kap dieser Welt noch nicht abgehakt war. Ist es jetzt.  

Einer unserer Ausflüge führte uns in die Jewel Cave. Eine gigantische Tropfsteinhöhle die erst in den 80er Jahren entdeckt wurde und die wirklich wunderschöne und ungewöhnliche Tropfstein-Formationen hat. Sie führt in einen großen Tunnel tief unter der Erde. Von den 2000 Metern die diese Höhle lang ist, können 700 Meter besichtigt werden. 

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Da Leanne und Mike diese Gegend wie ihre Westentasche kennen, hatten wir auch immer sehr gute Restaurants für ein Lunch oder ein Dinner. 

Naja, so ganz die Westentasche vielleicht doch nicht, denn bei einem von Mike`s ansonsten landschaftlich wirklich wunderschönen „Shortcuts“ mit dem Auto durch den dichten Wald, war der Waldweg dann auf einmal dichter als erwartet. Leanne und ich auf den Rücksitzen verhielten uns sehr ruhig 🤫, während die Männer die Herausforderung annahmen und Berthold ab und zu ausstieg, um den einen und anderen großen Ast wegzuräumen, oder zur Seite zu halten, damit Mike durchfahren kann.

Was wir jetzt wissen ist: das neue Auto von Mike ist ein sehr gutes Four-Wheel-Drive-Auto und Mike ein guter Fahrer 😊,  und – die beiden Männer können gut im Team arbeiten. Während die Damen nicht ganz so begeistert waren und doch eher an die Kratzer im Lack und was hätte passieren können dachten, huschte den beiden Herren doch später noch bei jeder Erwähnung des Abenteuers ein verschwörerisches Lächeln durchs Gesicht. Und wie nach allen überstandenen Abenteuern herrscht ja am Ende die Erleichterung vor und man kann über die verschiedenen Situationen lachen. 

Selbstverständlich haben wir auch einige der schönen Weingüter in der für ihren guten Wein bekannten Margaret River Region besucht. Wir haben diverse Weine getestet und auch tatsächlich ein paar Flaschen gekauft. Ich bezweifle, dass wir diese in der Zeit hier zusammen trinken können, aber darum geht es ja nicht. 

Auf dem Weg zurück machten wir noch Halt in Bunbury um Barty und Leonny zu begrüßen. Wir haben die beiden auf unserer Segelreise kennengelernt. Sie waren zwei- oder sogar dreimal für einige Wochen mit Leanne und Mike auf der OOROO1 in der Karibik. Ein sehr herzliches Wiedersehen und Barty hatte extra für die Germans eine halbe Schwarzwälder Kirschtorte gekauft. Also gab es Kaffee und Kuchen und viele Erinnerungen über die Segelreise wurden bei den Gesprächen wieder wach.

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Adelaide

Von Kangaroo Island aus fuhren wir über die Weinregion McLaren nach Adelaide. Einer Empfehlung folgend besuchten wir das Weingut Samuels Gorge. Ein Weingut, wie man es sich vorstellt und zwei junge Winzer, die sehr gute Rotweine herstellen. Leider gab es dort nichts zu Essen, so dass wir von einer Weinprobe auf leeren Magen und mit noch 100 km Fahrtstrecke vor uns absahen. Aber Riley, einer der netten Winzer, hat uns ein Restaurant empfohlen, das mehr oder weniger auf unserer Strecke lag. Mitten zwischen den Weinfeldern gelegen: „The Currant Shed“. Hier haben wir wirklich gut gegessen.

Eigentlich wollten wir noch zurück zum Weingut Samuels Gorge, aber es wurde uns dann zu spät und wir wollten nur noch ankommen und das Auto abgeben. Nach all der Fahrerei der letzten Tage, heute hier, morgen dort, war es dann mal gut.

Adelaide empfing uns mitten in der Feierabendzeit extrem hektisch und unser gebuchtes Hotel, hält nicht was es im Internet versprochen hat. Offenbar sind hohe Punkte bei TripAdvisor nicht immer ein guter Ratgeber. Aber für zwei Nächte gehts. Wir konnten hier zumindest gut in der Guest Laundry unsere Wäsche waschen. Aber: Lausiges Hotel und noch lausigeres Internet. Ich kann noch nicht mal die Bilder für den Blog hochladen.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir dann ein Stamford Plaza. Und da wir in Melbourne so begeistert waren von unserem Stamford Plaza Hotel, sind wir einfach hinein und haben den Concierge nach einem Friseur für mich und einem schönen Restaurant befragt.

Für beides hatte er eine sehr gute Empfehlung: So war ich am nächsten Morgen bei „Madame Josephine“, Gilbert Place 19. Der Chef persönlich hat mir die Haare gefärbt (was dringend notwendig war) und zwischendurch, während die Farbe einwirkte, hat er auch noch Berthold die Haare geschnitten. Es war ein sehr schöner und lustiger Friseurbesuch.

Danach waren wir beide gut gelaunt und wollten herausfinden wo das vom Concierge empfohlene Restaurant ist. Es heißt „2 K.W.“ und befindet sich in der King William Street 2, in der 8. Etage. Da es gerade Lunch-Zeit war haben wir mit zwei kleinen Vorspeisen schon einmal die Küche getestet. Das Restaurant, das Essen und das Know How von Sébastien bzgl. der Weine und des Essens sind perfekt. Sébastien hat noch einmal bestätigt hat, dass Samuels Gorge eines der besten Weingüter der Region McLaren ist. Er sagte, wie auch das Ehepaar aus Adelaide, das wir auf dem Bremerton Weingut getroffen haben, dass dieses Weingut sein absoluter Favorit in dieser Region ist. Als wir sagten wir hätten nichts probiert, war er ganz enttäuscht und hat Berthold gleich einen der Rotweine dieses Weinguts eingeschenkt. Und Berthold war begeistert. (Also werden wir wohl ein paar Flaschen bestellen. Rotweinfreunde von Berthold aufgepaßt. Da steht eine Weinprobe an 😊)

Für den Abend haben wir uns einen Tisch im 2 K.W. reserviert. Sébastien hatte die Rotwein-Flasche vom Mittag für das Dinner beiseite gestellt. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn kennengelernt haben. Er kommt aus Frankreich, aus der Loire Gegend, hatte in England und Singapur ein eigenes Restaurant und ist seit fünf Jahren in Adelaide.  Das Konzept des Restaurants ist sehr interessant: alle Gerichte sind zum Teilen konzipiert. Das ist eine schöne Art gemeinsam auszuwählen und gemeinsam zu Essen.

Netterweise hat Sébastien uns ein paar Geheimtipps für Weingüter in der Region in West-Australien aufgeschrieben. Wir wissen ja noch nicht genau, was Leanne und Mike so mit uns geplant haben, aber vielleicht kommen wir ja an dem einen oder anderen Weingut von unserer Liste vorbei. Begegnungen und Kommunikation bereichern das Leben.

Morgen geht es weiter nach Perth. Wir freuen uns schon auf Leanne und Mike.

Kangaroo Island

Wir übernachteten als letzten Ort unserer Great Ocean Fahrt in Victor Harbor. Und kamen auf dem Weg dahin allmählich in die Weinregion von South Australia. Zufällig hielten wir beim Weingut Bremerton im Langhorne Creek an, um eine kleine Lunchpause zu machen. Wir landeten einen Treffer. Es gab eine Platte mit leckeren mediterranen Vorspeisen und der Weißwein, ein Verdelho mit dem schönen Namen Mollie & Merle, schmeckte dazu auch sehr köstlich. Wir hatten viel Spaß auf dem Weingut, zumal es nette Unterhaltung gab. 

 

Von Victor Harbor fuhren wir am nächsten Morgen zur Fähre nach Kangaroo Island. Man braucht ca. 45 – 60 Minuten. Da gerade Ferienzeit ist, wollten wir nicht zu spät kommen und sind sehr zeitig losgefahren. Das war super, denn wir waren die ersten in der „stand by“ Linie und kamen tatsächlich schon auf die frühere Fähre. Das Einparken auf der Fähre ist ein wahres Puzzlespiel und die beiden Einweiser sind echte Profis. Die Beifahrer müssen schon vorher aussteigen und die Fahrer kommen gerade so aus dem Auto heraus, was noch die einfachste Nummer ist. Rückwärts mit Wohnwagen oder Wohnmobil mit Hänger – alle Achtung. Hat aber alles funktioniert und soweit ich sehen konnte blieben alle Rückspiegel dran. 

Es war ein Sonntag als wir auf der Insel ankamen. Und von der Uhrzeit her zu früh, um in unser Apartment, das wir für die nächsten beiden Tage bewohnen einzuziehen. Aber in Penneshaw (hier legt die Fähre an und hier wohnen wir auch) ist sonntags Bauernmarkt. Das war schön. Die Damen der Umgebung verkaufen, was sie gebacken und gestrickt oder gebastelt haben und die Männer unterstützen sie oder verkaufen Honig von der Insel. Im Café gegenüber des Marktes haben wir draußen gesessen und Tee getrunken und das Treiben beobachtet.

Wir haben ein Apartment bei Lindsays of Kangaroo Island gebucht und wir waren ganz angetan von der Großzügigkeit unserer Unterkunft für die nächsten beiden Tage. Das Ehepaar, das dieses und ich glaube noch ein weiteres Apartment vermietet, wohnt auch im Haus und ist unglaublich nett und hilfsbereit und hat sehr gute Tipps, was man wo und in welchem Zeitrahmen unternehmen und erleben kann.

So haben sie uns eine wunderschöne Spazierstrecke (Lashmar Conservation Park) für den Nachmittag empfohlen, zu der wir nicht weit fahren mußten und auf der wir, nach einem schönen Pfad vom Parkplatz aus, an einem riesigen Strand gelandet sind, der als wir ankamen komplett leer war. Weißer Sand, das Meer, eilige „Hoodies“ (Hooded Plover, eine Vogelart die es nur hier gibt), die hin und her in ihrer Niedlichkeit über den Sand flitzten.

Auf dem Rückweg kamen dann ein paar Angler an den Strand, die am späten Nachmittag noch ihr Angelglück gesucht haben. Natürlich immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. So kam einer der Angler barfuß durch das Gestrüpp, während wir gerade wieder unsere Schuhe anzogen. Als ich ihn fragte, ob man den Weg zum Parkplatz auch ohne Schuhe gehen kann, erklärte er mir, dass man dazu als Australier geboren sein müßte. Touristen bräuchten dafür ihre Four-Wheel-Drive-Schuhe 😂. Die haben wir dann auch angezogen. Aber meine supertruper Entdeckerstiefel heißen ab jetzt Four-Wheel-Drive-Schuhe.

Heute sind wir dann schon früh losgefahren, um zum anderen Ende dieser größten Insel Australiens zu kommen. Zum Flinders Chase National Park. Ein riesiger Nationalpark, in dem es Wanderwege von ab 3 Stunden bis zu mehreren Tagen gibt. Wir hatten uns die drei Stunden Strecke vom Visitor Center aus vorgenommen und sind diese auch gegangen. Wunderschön. Leider haben wir keine besondere Tierbegegnung zu berichten. Naja, abgesehen von dem Koala, der schon direkt neben dem Parkplatz auf dem Baum saß und den lustigen Wildgänsen mit den kurzen Schnäbeln die einmal unseren Weg kreuzten, von denen die erwachsenen Tiere gelbe Schnäbel haben und das Jungtier einen blauen Schnabel hatte.

Die Kängurus verstecken sich tagsüber, ebenso wie die Schnabeltiere. Und Koalas haben wir keine weiteren entdeckt, zumal man ja auch nicht immer in die Bäume schauen kann beim Wandern.

Nach unserer Wanderung sind wir noch die Strecke weiter durch den Nationalpark bis zum Leuchtturm gefahren, bzw. zur Admirals Arch. Diese Cave haben wir allerdings nicht mehr erwandert. Zu viele Treppen für Bertholds strapazierte Knie. Wir sind jedoch zu dem Aussichtspunkt gegangen an dem man die Seerobben (Fur Seal) sehen kann, die auf den Steinen liegen und um die herum das Meer stäubt. Es war irre windig an der Steilküste.

Danach fuhren wir wieder ein Stück zurück in Richtung Visitor Center und bogen an einem Schotterweg noch rechts ab, zu einem gigantischen Aussichtspunkt „Weirs Cove“. An diesem Platz wurden zu früheren Zeiten, alle drei Monate, die Waren für die Leuchttumkolonie angeliefert. Um an die Ladung des Schiffes zu kommen wurden Treppenstufen in die bestimmt 200 m tiefe Steilwand geschlagen. Unten am wirklich tosenden Wasser waren noch Reste des alten Anlegers zu sehen. Um die Waren leichter nach oben zu bekommen wurde wohl auch irgendwann ein Seilzug konstruiert. Wieder etwas gelernt. Und Hut ab vor dem harten Leben unserer Vorfahren.

Unser nächster Stopp: die Remarkable Rocks, die wirklich remarkable sind. Riesige runde Felsbrocken mit großen Aushöhlungen lagen da plötzlich oben auf der Steilküste, zwischen all den schroffen Felsen herum. Wie aus einer anderen Welt dort fallen gelassen.

Und welch ein Glück: Auf dem Weg zurück konnten wir dann tatsächlich doch noch eine kleine Gruppe Kängurus beim Grasen beobachten. 

Kurz zu Kangaroo Island: Mittlerweile ist die komplette Insel Wilderness Protection Area. Es gibt viele Wandermöglichkeiten, unglaublich viel zu entdecken,  Möglichkeiten zur Tierbeobachtung, man kann hier gut Ruhe finden, im Sommer die langen schönen Strände nutzen. Trotz allem was die Insel zu bieten hat und trotz Frühlingsferien in Australien war hier wenig los. Wir haben auf dem Rückweg vom Nationalpark nach Penneshaw, der immerhin ca.165 km lang war, vielleicht 20 Autos gesehen.

Von Port Fairy nach Robe

Ein langer Fahrt-Tag liegt hinter uns und wir haben den Bundesstaat Victoria verlassen und sind jetzt im Bundesstaat South Australia. Wir sind gut in Robe und im Harbour View Motel angekommen. Wir haben das Zimmer No. 1, direkt an der Straße, was aber nicht schlimm ist, weil hier so gut wie kein Verkehr herrscht. Das Auto steht wieder vor der Tür. Und tatsächlich haben wir ein Zimmer mit harbour view. Wir sind sehr freundlich an der Rezeption empfangen worden. 

Zunächst haben wir nach der langen Fahrt einen Spaziergang zum Hafen unternommen. Hier liegen die Boote für den Rock Lobster Fang, der am 1. Oktober wieder begonnen hat. Wie wir im Ort erfahren haben, gibt es, da die Fangsaison gerade gestartet ist, noch nicht viel Lobster in den Restaurant zu essen und wenn dann sehr teuer. Denn die meisten Lobster werden lebend nach China geliefert. Schade, wir hatten uns auf ein Lobster-Essen gefreut.

Die Fahrt hierher war wieder wunderschön und landschaftlich abwechslungsreich. Wir fuhren durch Gegenden mit riesigen Kuh- und Schafweiden, danach durch eine Region mit gigantischen Pinienwäldern, in der sehr viel Holzwirtschaft betrieben wird. Und später kamen wir an traumhaften Küstenorten vorbei.

Heute haben wir etwas mehr Glück mit dem Wetter. Es ist oft sonnig und etwas wärmer. Jedoch immer noch herrscht ein rauher eisiger Wind vor. Aber im Auto macht uns das gar nichts aus.

In Beachport stoppen wir, weil diese Ortschaft in unserem Reiseführer als besonders beschrieben ist. Hier gibt es einen der längsten Jetty’s Australiens: 772 m führt er ins derzeit tosende Meer hinaus. Wir sind trotzdem ein langes Stück auf dem Jetty gegangen.

Eine weitere Attraktion des Ortes sind die traumhaften Strände und Buchten. An einem Strand trafen wir einen Kite-Surfer, der heute seinen ersten Kite-Trip in diesem Jahr unternommen hat. Er war ganz froh, dass es endlich wieder los geht. 

Es gibt in Beachport den wunderschönen Bowman Scenic Drive, auf dem man durch eine Art Heidelandschaft mit Büschen und Zugängen zu Stränden oder zu Felsformationen am Meeresufer entlangfahren kann. Wirklich einzigartig. Und heute mit dem Sonnenschein leuchtet das Wasser türkis wie im Bilderbuch.

Jetzt am Abend werden wir noch einen kleinen Spaziergang durch Robe unternehmen. Morgen früh gehts weiter. Wieder eine längere Fahrtstrecke bis nach Victor Harbour.

Restaurant-Empfehlung: SAILS at Robe. Super leckerer Fisch, köstlicher Salat, guter Wein, sehr nette Bedienung.

Port Fairy

Bevor wir diesen wunderschönen Küstenort verlassen, unternehmen wir noch eine kleine Rundfahrt mit unserem Auto und schauen uns den kleinen Fischerhafen und die schönen Häuser ausgeschlafen und bei Tageslicht an.

Um danach wieder bei Rebecca in Rebecca‘s Café einzukehren und zu Frühstücken. Es ist so ein schöner Platz und Rebecca erinnert sich an uns, kommt an unseren Tisch und fragt, wie unser Abend gestern war und hatte sich schon Gedanken gemacht, ob wir denn auch alles gefunden haben, was sie uns gestern empfohlen hat.

Das Frühstück hält was das Café verspricht. Ich habe ein leckeres getoastetes Sauerteigbrot mit smashed Avocado, Rucolablättern, Minzeblättern und Ziegenkäse darauf gegessen und Berthold bestellte sich Eggs & Bacon auf Toast. Superlecker. Nicht zu vergessen die yummy Wholemeal-Fruit-Scones.

Ich mußte unbedingt das schöne Port Fairy noch einmal hervorheben. Bisher die schönste und angenehmste Ortschaft auf der Tour.

 

Von Apollo Bay nach Port Fairy

Kurz hinter Apollo Bay führt die Great Ocean Road etwas von der Küste weg und durch die Otway Ranges. Es ist eine wunderschöne Strecke durch komplett unterschiedliche Landschaften. Vorbei an vielen großen Weideflächen mit Rindern oder Schafen, durch sattgrüne hügelige Landschaften und dann wieder durch Primär-Regenwald mit riesigen Baumfarnen und unglaublich hohen und dicken Eukalyptusbäumen. 

Es gibt etliche Möglichkeiten für Wanderungen auf dieser Strecke. Wir bogen als erstes bei Maits Rest ab. Dort haben wir einen ca. 1/2 stündigen Rundweg durch den wirklich unglaublichen Urwald unternommen. Dann fuhren wir die Great Ocean Road weiter.

 

Nächster Stopp war die Cape Otway Lightstation. Diese Lightstation ist mittlerweile ein Freilichtmuseum und kostet 19 AUD pro Person Eintritt. Hier steht der älteste Leuchtturm Australiens von 1848 und bezeichnet den Eingang zur Bass-Straße. Da habe ich mich gestern vertan.

Es ist so unglaublich windig und kalt heute, dass es uns dort oben auf der Klippe, wo der Leuchtturm steht, fast wegweht. Also kehren wir, nachdem wir nur kurz die Aussicht genossen haben, in das super schöne kleine Café ein, das zu dieser alten Ansiedlung um den Leuchtturm gehört.

Von der Lightstation aus fuhren wir wieder zurück zur Great Ocean Road und weiter in Richtung unseres Tagesziels, um am Abzweig Triplet Falls wieder von unserer Route abzubiegen. Zu den Triplet Falls sind es ca 20 km zu fahren. Zwischendurch gab es von diesem Abzweig aus auch noch die Möglichkeit eine Baumwipfelwanderung oder eine 2,5 stündige Zip-Line-Tour durch die Baumwipfel zu unternehmen, aber dazu hatten wir dann keine Lust, das war uns zu überlaufen. Jedoch muss man auch sagen, dass hier gerade Frühlingsferien sind und man zu anderen Zeiten vielleicht etwas mehr Glück hat um etwas ruhigere Wipfelwanderungen zu unternehmen.

Am Ausgangspunkt zur Triplet Falls Wanderung standen nur 5 Autos. So gefällt uns das. Die Rundwanderung ist mit 2 Stunden beschrieben und wir waren auch gut 2 Stunden unterwegs. Dieser Wanderweg ist einfach nur schön. Der Duft, die Bäume mit den gigantischen Wurzeln, überall wuchert und wächst es. Die Farne stehen wie riesige Schirme am Wegesrand und dazu das Vogelgezwitscher … Berthold und ich wanderten glücklich und zufrieden und staunend den Weg zum Wasserfall. 

Wieder zurück auf der Great Ocean Road waren unser nächster Stopp die 12 Apostel. Große Felsen die vor der spektakulären Küste im Meer stehen. Von denen jedoch, nach dem letzten Felssturz im Juli 2005, nur noch 8 Felstürme übrig geblieben sind.

Da die 12 Apostel eine DER Attraktionen der Great Ocean Road sind, war hier natürlich auch ordentlich viel los. Die Aussichtspunkte standen voller Autos. Also entschlossen wir uns kurzfristig dazu, dass wir uns die Apostel und die London Bridge, eine weitere Felsformation im Wasser die wie eine Brücke aussieht, von oben anzuschauen, nämlich per Hubschrauber. Ein viertelstündiger Rundflug kostet 145 AUD pro Person.

Wir mußten eine gute halbe Stunde warten, bis es los ging. WAHNSINN. Ich bin im Hubschrauber geflogen. Alleine das war ja schon spektakulär. Für Berthold war es nicht der erste Hubschrauber-Flug, also hatte ich den Platz direkt am Fenster bekommen. Leute – Hubschrauber fliegen ist einfach unbeschreiblich. Das könnte glatt mein neues Hobby werden. 😉

Wir überflogen die Weiden zu den Klippen hin, dann die Apostel entlang. Unter uns schäumte das Meer an den steilen Wänden der Küste. Wir haben jede Minute des Fluges genossen. Und ich vor allem die Kurven. Und die Landung. Toll.

Nach so vielen Abstechern und Unternehmungen waren wir dann auch wirklich geschafft und die letzten 70 km bis Port Fairy fuhren wir dann durch.

Port Fairy, ein ehemaliger Walfangort, ist ein wunderschönes, idyllisches, kleines Städtchen, das sich noch den Charme aus der Kolonialzeit erhalten hat. Mit schönen Häusern, netten Cafés und einigen Restaurants. Da wir etwas zu früh fürs Dinner unterwegs waren, haben wir zunächst in Rebeccas Café einen Kaffee und einen Tee zum Aufwärmen getrunken. Rebecca ist sehr freundlich und das Café ist liebevoll sehr gemütlich eingerichtet. Und es gibt köstliche Multigrain-Scones. 

Für das Dinner haben wir uns für ein italienisches Restaurant entschieden. L’Edera, Bank Street 20. Das war eine sehr gute Entscheidung. Das Restaurant ist in einem schönen Gebäude, es ist gemütlich und sehr geschmackvoll eingerichtet und wir haben zu unserem wirklich guten Abendessen einen köstlichen italienischen Wein getrunken. Das ist ein schöner Abschluss eines  ereignisreichen Tages voller Eindrücke und Bildern.

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Wir übernachten in Port Fairy im Motel The Victoria. Wir haben ein kleines Apartment im Erdgeschoss, es gibt noch ein größeres über uns, mit dem wir uns eine Doppelgarage teilen. Coole Sache so ein Motel. Das Zimmer ist sauber und hat eine kleine Kochecke. Perfekt.

Da wir in der Frühlingsferienwoche unterwegs sind haben wir dann doch von Melbourne aus über booking.com alle Unterkünfte auf diesem Weg vorgebucht. Wir zahlen zwischen 90 und 120 Euro pro Nacht. 

Great Ocean Road – Apollo Bay (198 km)

Unser Tag begann abenteuerlich. Wir hatten über billiger-mietwagen.de ein Auto für die nächsten 8 Tage gebucht. Für die Strecke von Melbourne nach Adelaide, die berühmte Great Ocean Road. Das Auto ist wirklich günstig, jedoch ist die Anmietstation in Albion, einem Außenbezirk von Melbourne. Das Metro Fahren haben wir ja schon bei unserer dji Aktion gelernt. Also haben wir unsere MyKi Karte (aufladbares Ticket für ÖPNV) aufgeladen und sind die 9 Stationen mit der Metro nach Albion gefahren. Vom Bahnhof Albion aus mußten wir dann noch ca. 2 km an einer recht befahrenen Zufahrtstraße vorbei, an einem Industriegebiet ohne Gehweg entlang gehen, um zum Europcar Vermieter zu kommen. Das war spannend,  aber am Ende hat alles geklappt und wir konnten mit dem Auto zurück zum Hotel fahren, um unser Gepäck einzuladen.

Also – beim Buchen darauf achten, dass Stadt-Station nicht unbedingt Innenstadt-Station bedeutet. Lieber genau schauen, wie weit die Autovermietung vom Hotel entfernt ist. Eine Lieferung des Autos war nicht möglich, das hatten wir dann noch vom Hotel aus angefragt, nachdem wir die Dimensionen erfaßt hatten.

Mit unserem Hyundai Tucson starteten wir dann an unsere Reise entlang der Great Ocean Road. Man muss ja erst einmal aus der Stadt hinaus und ein ganzes Stück fahren, bis man die Vororte hinter sich gelassen hat. Aber – alles kein Problem. Obwohl Melbourne eine 4,3-Million-Stadt ist, fließt der Verkehr recht entspannt. Niemand hupt, jeder läßt den anderen abbiegen. Alles easy.

Ein kleiner Wermutstropfen für unsere Fahrt ist das schlechte Wetter. Es ist Frühling in Australien und für diese Woche ist leider kaltes und regnerisches Wetter gemeldet. Nicht wirklich schlimm, aber mit Sonnenschein ist diese Route sicher noch beeindruckender.

Kurz vor Torquay beginnt die eigentliche Great Ocean Road. Torquay ist DER Surf-Spot in Australien. Hier sind etliche der bekannten Surf-Modemarken zu Hause und am Stadteingang sind sie alle mit großen Läden vertreten. Hier kann man sich sein Surfbrett auswählen und es farblich frei gestalten lassen. Surfmode und alles was das Surfer-Herz begehrt kann man hier bekommen. Jedes Jahr findet der weltweit wichtigste Surf-Contest hier statt. Die Stadt lebt diesen Sport, das kann man überall fühlen und sehen.

Wir haben an einem Strandcafe einen Stopp eingelegt und ein kleines Lunch genossen, während wir die Surfer gesehen haben, die trotz der Kälte vom Strand zurück kamen. Mütter mit ihren Kids. Barfuß in Neopren-Anzügen. Tolle Atmosphäre.

Unser Ziel für den ersten Tag ist Apollo Bay. Der Weg die Great Ocean Road entlang ist einfach great. Das Meer zur linken, tosend, die Wellen, Es geht bergauf und bergab. Grandios. Ich vermute, mehr brauche ich in den nächsten Tagen gar nicht zu schreiben. Wahnsinn. Ich kann wahrscheinlich nur immer diesen Satz kopieren und einfügen.

Wir haben eine kleine Wanderung zwischendurch zu einem Leuchtturm unternommen. Das Cape Otway Lighthouse wurde  1848 errichtet, um den Eingang zur Meerenge (Bass-Straße) zwischen Australien und Tasmanien zu markieren. Kapitän Flinders hatte diese Meerenge entdeckt und sie nach seinem Schiffsarzt George Bass benannt. Vom Leuchtturm aus hatten wir einen herrlichen Blick über das Meer.

Bei Seglern ist die Bass-Straße sehr gefürchtet. Das Meer ist dort nur ca 50 Meter tief und es entstehen gefährliche Wellen. Aus diesem Grund hat die Küste auch den Beinamen Wreck-Coast bekommen.

Apollo Bay ist sehr touristisch. Hauptsächlich chinesische Touristen. Die Lokale sind komplett auf die chinesischen Touristen eingerichtet.

Jedoch, wer sucht der findet. So haben wir in einem sehr gut sortierten Geschäft für lokale Spezialitäten, in einer Seitenstraße, einen hervorragenden Wein getrunken und währenddessen die Empfehlung für ein gutes Fischrestaurant an der Mainroad bekommen. Dort waren wir dann auch. Das Essen war gut. Wir hatten frischen regionalen Fisch mit griechischem Bauernsalat. Wir geben die Empfehlung weiter: Apollo Bay Seafood Café, Great Ocean Road, Apollo Bay.

Wir übernachten im Comfort Inn – The International Great Ocean Road 37, Apollo Bay. Es ist ein schönes Motel mit großem Zimmer, schönem Bad und kleiner Eßecke. Und das allerschönste ist: das Auto steht direkt vor der Tür. Das kannte ich bisher nur aus amerikanischen Filmen 😊

Morgen gehts dann weiter nach Port Fairy.

 

Melbourne

Wir haben für 4 Nächte das Stamford Plaza Hotel in Melbourne gebucht. Uns gefällt das Hotel, das mitten im CBD (Central Business District) liegt richtig gut. Der komplette Innenstadtbereich ist von hier aus gut zu erreichen. Das Hotel ist sauber, die Zimmer schön und geräumig, die Mitarbeiter alle sehr freundlich und hilfsbereit. Die Hotelbar „Harrys Bar“ ist ein schöner Platz zum Relaxen und Schreiben und außerdem gibt es köstliche Barramundi Fish & Chips für den kleinen Hunger.

Melbourne hat uns vom ersten Tag an wirklich sehr beeindruckt. Die Atmosphäre der Stadt beschreiben wir als entspannt, aber auch busy,  modern, kreativ, multikulturell, vielfältig und jung. Tolle Restaurants, Cafes und Bars. Und perfekt für eine Shopping-Tour.

Eine Besonderheit ist es, dass die Straßenbahnen im Innenstadtbereich kostenlos genutzt werden können. Weiterhin gibt es einen City Circle, die No. 35, die tatsächlich einmal komplett um den kostenfreien Innenstadtbereich herum fährt. Und man erhält während der Fahrt mit der No. 35 auch noch Informationen zum jeweiligen Bereich, den man gerade durchfährt.

Uns war diese Bahn allerdings zu voll. Wir sind sehr viel zu Fuß oder mit anderen Bahnen unterwegs gewesen. So sind wir auch mit der Metro-Bahn, die mit unserer S-Bahn zu vergleichen ist, in den Stadtteil Brunswick gefahren, der 35 Minuten außerhalb des Stadtzentrums liegt. Die Stadt hat ein sehr gutes öffentliches Verkehrsmittel Netz.

Aber man kann sich hier auch sehr gut mit dem Fahrrad bewegen. Wir haben einen schönen Fahrradweg gesehen, der tatsächlich von Brunswick aus bis in die Innenstadt führt. Einen Großteil der Strecke fährt man dann am Yarra River entlang.

Wir haben in Brunswick unsere Drohne reparieren lassen. Was tatsächlich innerhalb einer halben Stunde erledigt wurde. Es ist so erstaunlich wie freundlich, nett und hilfsbereit die Menschen hier sind.

Am meisten beeindruckt hat uns jedoch die immer wieder überraschende und abwechslungsreiche und moderne Architektur, die man hier in Melbourne findet. Nicht nur im CBD sondern im kompletten Innenstadtbereich bis zum Victoria Harbour. Moderne Hochhäuser, dazwischen alte Häuser aus dem 19. Jahrhundert. Teilweise sind die Hochhäuser sogar über die alten Häuser gebaut. Sie werden als Wohngebäude genutzt, wie auch als Bürogebäude. Jedes Haus ist anders und ungewöhnlich. Und mittendurch fließt der Yarra River, der idyllisch erscheint, an dessen Ufer man in wunderschönen Restaurants oder Cafés sitzen und die Ruderer auf dem Fluß beobachten kann.

Diese junge kreative Stadt bietet viel Kunst und Kultur. Und immer wieder Möglichkeiten, um einzukehren und zu genießen.

Wir haben ein sehr schönes Frühstücksrestaurant entdeckt, das wir auf jeden Fall weiterempfehlen wollen: Bowery 2 Williamsburg, Oliver Ln. 16, Melbourne

In einem Brauhaus haben wir ein sehr gutes handcrafted „Oktoberfestbier“ getrunken. Witziger Weise sah der „beer-keeper“ aus wie Will Smith in jung: The Crafty Squire, Russel Street 127, Melbourne

Restaurants die wir weiterempfehlen können:

  • Meatmaiden, Little Collins Street 195, Melbourne (Steak), hier geht man durch einen schmalen Eingang und dann ein paar Stufen nach unten.
  • Rare Uptown, Little Collins Street 61/6, Melbourne (Steak)
  • Saké Restaurant, St. Kilda Road 100, Melbourne (japanisch und direkt am Yarra River gelegen)

Und dann noch eine Bar: Gin Palace, Russel Place 10, Melbourne (auch ein schmaler Eingang und auch die Treppe hinunter und draußen steht nichts, was auf die Bar hinweist, außer „GP“.

Ihr seht, alle Empfehlungen sind aus dem näheren Umfeld unseres Hotels, wir können nur mutmaßen, wieviel es hier noch zu entdecken gäbe, wenn man längere Zeit hier verbringt. Man wird immer wieder gefragt, was man denn an dem Tag noch vor hat und schon bekommt man einen neuen Tipp.