Dubai, Burj Khalifa und The Frame

Selbstverständlich darf ein Besuch des Burj Khalifa nicht fehlen, ist er doch das höchste Wir haben uns die Tickets für die 148. Etage schon zu Hause im Internet gebucht. Das empfiehlt sich, damit man keine langen Wartezeiten am Ticketschalter in Kauf nehmen muss. Der Eingang zu den Touristenplattformen des Burj Khalifa befindet sich im LG der Dubai Mall.

Die Fahrt hinauf in die 148. dauert nur wenige Sekunden und die Bewegung des Aufzuges ist kaum spürbar. Man sieht nur, wie sich die Etagenanzeige verändert und bemerkt einen nur leichten Druck in den Ohren. In 555 Metern Höhe angekommen, eröffnet sich ein phantastischer Blick über die Stadt. Die höchste Außenterrasse, auf dem derzeit höchsten Gebäude der Welt. Das ist doch schon einmal etwas. Ein weiterer Vorteil des Tickets für die 148. Etage ist, dass man auch noch die Plattform der 125. und der 124. Etage besuchen kann. 

Nach unserem Ausflug in die Höhe sind wir noch etwas durch die Dubai Mall geschlendert, um dann gegenüber in der ersten Etage des Souk al Bahar im Restaurant Bice Mare ein köstliches italienisches Essen auf der Terrasse mit Blick auf den Burj Khalifa und den Burj Khalifa Lake zu genießen. Bei hervorragend gegrilltem Fisch und einem Fläschchen wirklich gutem Soave bestaunten wir die Wasserfontäne und die Beleuchtungs-Choreografie des Burj Khaklifa.

Die Wasserfontäne wird nach Sonnenuntergang alle halben Stunden und die Beleuchtungs-Choreografie des Burj Khalifa alle vollen Stunden zelebriert. Immer zu einer anderen Musik und jedes Mal beeindruckend. 

Unseren letzten Tag in Dubai nutzen wir, um uns die neueste Attraktion der Stadt anzusehen, die erst im Januar 2018 eröffnet wurde: The Frame. 

The Frame ist ein Bilderrahmen im Format 150 Meter hoch x 93 Meter breit. Im unteren Quer-Teil des Rahmens wird man über Geschichte von Dubai informiert, von der Zeit als Dubai noch eine kleine Ansiedlung von Perlentauchern war bis zu den ersten Häusern und Häfen. Dann fährt man mit dem Aufzug auf einer Seite des Rahmens 150 Meter hoch, um vom oberen Quer-Teil die Stadt zu überblicken, gemeint ist eine Darstellung der Stadt Dubai von heute. Für uns war das spektakuläre dieses Teils der Fußboden. Er besteht Milchglas-Platten, die wenn man darauf tritt klarsichtig werden. Man geht auf Glas und schaut 150 Meter in die Tiefe. Das war sehr schön. Auf der anderen Seite des Rahmens führt ein Aufzug nach unten. Dort am Ende angekommen wird auf einer großen gebogenen Leinwand gezeigt, wie die Stadt Dubai in der Zukunft aussehen könnte, bis hin zur Besiedelung des Weltraums. The Frame ist wirklich interessant. 

 

Von hier aus sind wir noch mit dem Taxi nach Alt-Dubai gefahren. Dort angekommen ist man plötzlich wirklich mitten in einer arabischen Stadt, wie man sie sich vorstellt. Es ist schmutziger, geschäftiger, die Menschen laufen hin und her, schleppen Waren von hier nach dort und beim Betreten des Souks wird man überrumpelt von Händlern, die einen mit allen Mitteln in ihre Abteilung des Souks hineinmanövrieren wollen. Wir haben uns durch einen dieser Souks hindurchgeschlängelt. Berthold hat die Händler, die zu aufdringlich wurden, höflich aber bestimmt abgewehrt und dann reichte es uns auch an Eindrücken, Gerüchen und Nähe.

Vielleicht fahren wir am Nachmittag noch einmal in die Dubai Mall, um etwas herumzuschlendern, denn morgen geht es dann zurück nach Hause. 

Perth

Zurück in Perth: Leanne und Mike müssen in den nächsten beiden Tagen arbeiten, da sie nach Abschluss der Segelreise doch wieder von ihrem früheren Business eingeholt wurden und unversehens mit viel Spaß ein neues Unternehmen mit neuen Partnern gestartet haben. Also werden Berthold und ich Perth erkunden.

Perth ist eine sehr schöne, ruhige und moderne Stadt mit wunderschönen Parks und einigen interessanten Geschäften. Berthold und ich waren schon früh in der Stadt, so dass wir uns erst einmal nach einem guten Frühstücksrestaurant umgeschaut haben. Und wir haben auch wieder eines gefunden, das man weiterempfehlen kann: La Veen, in der King Street 90. 

Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich in eines der Kunstmuseen, aber das West Australia Arts hat dienstags Ruhetag und das Museum für Contemporary Arts hat zwar montags Ruhetag, aber das Museum bereitet gerade eine neue Ausstellung vor und diese startet erst am Freitag. Also sind wir durch die Stadt geschlendert und haben uns einen Eindruck über das Stadtleben verschafft. Es ist sommerlich warm und so kann man sich zwischendurch mal draußen hinsetzen und ein Wasser trinken.

Wir haben uns den modernen Bell-Tower nahe des Fährhafens angeschaut und überlegt ob wir eine Bootstour unternehmen sollen. Aber das haben wir erst einmal verschoben. Wir sind zurück durch einen kleinen Park zu den Einkaufsstraßen und haben für Berthold eine sehr schöne Cap und einen noch schöneren Hut bei Parkers gekauft. Parkers ist eines der ältesten Herrengeschäfte in Perth, erzählte uns die nette Verkäuferin. Uns hat das Geschäft sehr gut gefallen. Am Ende des Tags sind wir dann doch gut 12 km durch Perth spaziert und voller neuer Eindrücke mit dem Zug zurück zu dem Stadtteil gefahren, in dem Leanne und Mike wohnen. 

Am zweiten Tag brachte Mike uns am Vormittag zum Kings Park. Ein riesiger Park am höchsten Punkt von Perth mit grandiosem Ausblick über die Stadt und den Hafen. Der Park ist so angelegt, dass er die verschiedenen Vegetationen der verschiedenen Regionen West Australiens zeigt. Und da hier gerade Frühling ist, grünt und blüht es überall wohin man schaut. Blumenbeete in allen Farben und wunderschöne Baumfarne, ungewöhnliche Pflanzen und Bäume und ein gigantisch dicker Baobab-Baum. Da es ziemlich warm war, waren wir nach einer guten Stunde Sonne geschafft genug, um uns in ein Restaurant zu setzten und auf Mike zu warten, der dann auch schon ein paar Minuten später kam und wir hatten ein kleines gemeinsames Lunch.

Morgen fahren wir vier dann noch ein Stück weiter in den Süden als bei unserem Margaret River Ausflug. Wir fahren nach Albany, um dort ein paar Tage zu verbringen und die Umgebung zu erkunden. Bzw. Leanne und Mike zeigen uns die Geheimnisse dieser Region.

Dunsborough

Am Nachmittag landeten wir am Flughafen in Perth und wir wurden schon von unseren Freunden Leanne und Mike erwartet. So schön, dass wir uns endlich wieder einmal sehen!

Wir haben uns sehr gefreut, dass die beiden uns in ihr schönes Haus eingeladen haben.

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Am nächsten Vormittag sind wir dann schon zu unserem ersten gemeinsamen Ausflug gestartet. Drei Tage in Dunsborough. Hier wohnten wir in einem Ferienapartment und von hier aus waren dann die Ausflüge für jeden Tag von Leanne und Mike geplant.

Sie zeigten uns die Region aus der Leanne stammt, wo sie zur Schule gegangen ist und wie weit sie mit dem Fahrrad zu ihrer ersten Arbeitsstelle fahren mußte, wo sie auch Mike kennenlernte.

Und sie zeigten uns, wo sie sich ein großes Grundstück gekauft haben, um die Farm „Mooroo“ zu gründen. Die Pläne für das Haus stehen schon, die Archtitekten-Zeichnungen sind fertig und der Bau soll schon im Dezember/Januar beginnen. Berthold hat wunderschöne Drohnenaufnahmen von dem ganzen Grundstück gemacht.

Ein Berg an Limestone für die Umrandungen und die Pfosten des Zufahrtstores, ist schon auf dem nahen Grundstück von Leanne’s Bruder gelagert. Es ist super interessant, wie anders hier die Häuser geplant und gebaut werden. Das Haus ist eine Holzkonstruktion, die etwas an unsere Fachwerkhäuser erinnert. Wobei man diese Holzkonstruktion am Ende nicht sehen wird, sie wird verkleidet mit Dämmschichten, Holz oder Metall oder nach innen mit Rigips. Die Hohlräume werden aufgefüllt mit Dämmmaterial und alle Kabel und Rohre laufen durch die Wände. Der Strom wird durch Solarenergie und einen Generator geliefert und für die Wasserversorgung gibt es einen großen Regenwassertank. Wir besuchten Leanne’s Cousin der Häuser baut. Er gab Mike gute Ratschläge, was er unbedingt beachten muss und da er selbst das Projekt nicht übernehmen kann, gab er Leanne eine Liste von guten Handwerkern mit.

Außerdem besuchten wir gemeinsam eine Schreinerei. Riesige Bretter von dicken Bäumen, bei denen man an den Kanten noch die Baumrinde sehen kann,  werden hier über Jahre gestapelt und „gereift“ und aus zwei Brettern davon, die die beiden gemeinsam mit dem Schreiner auswählten, wird der große Esstisch so hergestellt, wie sie es sich wünschen und wie der Schreiner sie beraten hat. Das fand ich alles sehr spannend.

Leider war das Wetter während unserer Tage in Dunsborough nicht ganz so schön. Aber was macht uns denn der Regen aus, wenn wir durch eine wunderschöne Landschaft entlang des Margaret Rivers mit all den schönen Weingütern, Weiden und Wäldern gefahren werden und uns die schönsten Orte gezeigt werden?

Leanne zeigte uns die Farm auf der sie aufgewachsen ist. Riesige Farmgelände, die der Tante, dem Onkel oder Cousin gehören. Wahnsinn, wie viel Platz es hier gibt. Und nur glückliche Kühe und Schafe, weil sie auf riesigen Weiden grasen können. Zwischendurch sieht man auch große Gruppen von Kängurus. 

Und immer wieder landet man an wunderschönen, ewig langen Sandstränden oder beeindruckenden Klippen. Das ist eine wirklich unglaublich schöne Region und für uns so ungewöhnlich, weil sich Weideland und Farmgebiete mit Urwald und Badeorten mit großartigen Surf- und Wassersport-Spots abwechseln. Es gibt viele wunderschöne Wochenendehäuser hier und viele haben ein Motorboot, das ins Wasser gelassen wird und sie gehen am Wochenende aufs Wasser zum Angeln oder Relaxen. Schwimmen ist weiter draußen auf dem Wasser eher keine so gute Idee, weil es dort sehr viele Haie gibt.

An einem der Tage besuchten wir den Leuchtturm auf Cape Leeuwin. Hier genau an dieser Stelle treffen zwei Ozeane aufeinander: der Southern Ocean und der Indische Ozean. Ein Ort an dem einem die Weite des Meeres einmal mehr bewußt wird. Und einer der Lieblingsorte von Mike. Es ist schön für uns alle diese Orte gezeigt zu bekommen. Berthold war sehr stolz, an diesem Kap zu stehen. Es ist eines das auf seiner Liste der wichtigen Kap dieser Welt noch nicht abgehakt war. Ist es jetzt.  

Einer unserer Ausflüge führte uns in die Jewel Cave. Eine gigantische Tropfsteinhöhle die erst in den 80er Jahren entdeckt wurde und die wirklich wunderschöne und ungewöhnliche Tropfstein-Formationen hat. Sie führt in einen großen Tunnel tief unter der Erde. Von den 2000 Metern die diese Höhle lang ist, können 700 Meter besichtigt werden. 

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Da Leanne und Mike diese Gegend wie ihre Westentasche kennen, hatten wir auch immer sehr gute Restaurants für ein Lunch oder ein Dinner. 

Naja, so ganz die Westentasche vielleicht doch nicht, denn bei einem von Mike`s ansonsten landschaftlich wirklich wunderschönen „Shortcuts“ mit dem Auto durch den dichten Wald, war der Waldweg dann auf einmal dichter als erwartet. Leanne und ich auf den Rücksitzen verhielten uns sehr ruhig 🤫, während die Männer die Herausforderung annahmen und Berthold ab und zu ausstieg, um den einen und anderen großen Ast wegzuräumen, oder zur Seite zu halten, damit Mike durchfahren kann.

Was wir jetzt wissen ist: das neue Auto von Mike ist ein sehr gutes Four-Wheel-Drive-Auto und Mike ein guter Fahrer 😊,  und – die beiden Männer können gut im Team arbeiten. Während die Damen nicht ganz so begeistert waren und doch eher an die Kratzer im Lack und was hätte passieren können dachten, huschte den beiden Herren doch später noch bei jeder Erwähnung des Abenteuers ein verschwörerisches Lächeln durchs Gesicht. Und wie nach allen überstandenen Abenteuern herrscht ja am Ende die Erleichterung vor und man kann über die verschiedenen Situationen lachen. 

Selbstverständlich haben wir auch einige der schönen Weingüter in der für ihren guten Wein bekannten Margaret River Region besucht. Wir haben diverse Weine getestet und auch tatsächlich ein paar Flaschen gekauft. Ich bezweifle, dass wir diese in der Zeit hier zusammen trinken können, aber darum geht es ja nicht. 

Auf dem Weg zurück machten wir noch Halt in Bunbury um Barty und Leonny zu begrüßen. Wir haben die beiden auf unserer Segelreise kennengelernt. Sie waren zwei- oder sogar dreimal für einige Wochen mit Leanne und Mike auf der OOROO1 in der Karibik. Ein sehr herzliches Wiedersehen und Barty hatte extra für die Germans eine halbe Schwarzwälder Kirschtorte gekauft. Also gab es Kaffee und Kuchen und viele Erinnerungen über die Segelreise wurden bei den Gesprächen wieder wach.

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Adelaide

Von Kangaroo Island aus fuhren wir über die Weinregion McLaren nach Adelaide. Einer Empfehlung folgend besuchten wir das Weingut Samuels Gorge. Ein Weingut, wie man es sich vorstellt und zwei junge Winzer, die sehr gute Rotweine herstellen. Leider gab es dort nichts zu Essen, so dass wir von einer Weinprobe auf leeren Magen und mit noch 100 km Fahrtstrecke vor uns absahen. Aber Riley, einer der netten Winzer, hat uns ein Restaurant empfohlen, das mehr oder weniger auf unserer Strecke lag. Mitten zwischen den Weinfeldern gelegen: „The Currant Shed“. Hier haben wir wirklich gut gegessen.

Eigentlich wollten wir noch zurück zum Weingut Samuels Gorge, aber es wurde uns dann zu spät und wir wollten nur noch ankommen und das Auto abgeben. Nach all der Fahrerei der letzten Tage, heute hier, morgen dort, war es dann mal gut.

Adelaide empfing uns mitten in der Feierabendzeit extrem hektisch und unser gebuchtes Hotel, hält nicht was es im Internet versprochen hat. Offenbar sind hohe Punkte bei TripAdvisor nicht immer ein guter Ratgeber. Aber für zwei Nächte gehts. Wir konnten hier zumindest gut in der Guest Laundry unsere Wäsche waschen. Aber: Lausiges Hotel und noch lausigeres Internet. Ich kann noch nicht mal die Bilder für den Blog hochladen.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir dann ein Stamford Plaza. Und da wir in Melbourne so begeistert waren von unserem Stamford Plaza Hotel, sind wir einfach hinein und haben den Concierge nach einem Friseur für mich und einem schönen Restaurant befragt.

Für beides hatte er eine sehr gute Empfehlung: So war ich am nächsten Morgen bei „Madame Josephine“, Gilbert Place 19. Der Chef persönlich hat mir die Haare gefärbt (was dringend notwendig war) und zwischendurch, während die Farbe einwirkte, hat er auch noch Berthold die Haare geschnitten. Es war ein sehr schöner und lustiger Friseurbesuch.

Danach waren wir beide gut gelaunt und wollten herausfinden wo das vom Concierge empfohlene Restaurant ist. Es heißt „2 K.W.“ und befindet sich in der King William Street 2, in der 8. Etage. Da es gerade Lunch-Zeit war haben wir mit zwei kleinen Vorspeisen schon einmal die Küche getestet. Das Restaurant, das Essen und das Know How von Sébastien bzgl. der Weine und des Essens sind perfekt. Sébastien hat noch einmal bestätigt hat, dass Samuels Gorge eines der besten Weingüter der Region McLaren ist. Er sagte, wie auch das Ehepaar aus Adelaide, das wir auf dem Bremerton Weingut getroffen haben, dass dieses Weingut sein absoluter Favorit in dieser Region ist. Als wir sagten wir hätten nichts probiert, war er ganz enttäuscht und hat Berthold gleich einen der Rotweine dieses Weinguts eingeschenkt. Und Berthold war begeistert. (Also werden wir wohl ein paar Flaschen bestellen. Rotweinfreunde von Berthold aufgepaßt. Da steht eine Weinprobe an 😊)

Für den Abend haben wir uns einen Tisch im 2 K.W. reserviert. Sébastien hatte die Rotwein-Flasche vom Mittag für das Dinner beiseite gestellt. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn kennengelernt haben. Er kommt aus Frankreich, aus der Loire Gegend, hatte in England und Singapur ein eigenes Restaurant und ist seit fünf Jahren in Adelaide.  Das Konzept des Restaurants ist sehr interessant: alle Gerichte sind zum Teilen konzipiert. Das ist eine schöne Art gemeinsam auszuwählen und gemeinsam zu Essen.

Netterweise hat Sébastien uns ein paar Geheimtipps für Weingüter in der Region in West-Australien aufgeschrieben. Wir wissen ja noch nicht genau, was Leanne und Mike so mit uns geplant haben, aber vielleicht kommen wir ja an dem einen oder anderen Weingut von unserer Liste vorbei. Begegnungen und Kommunikation bereichern das Leben.

Morgen geht es weiter nach Perth. Wir freuen uns schon auf Leanne und Mike.

Von Port Fairy nach Robe

Ein langer Fahrt-Tag liegt hinter uns und wir haben den Bundesstaat Victoria verlassen und sind jetzt im Bundesstaat South Australia. Wir sind gut in Robe und im Harbour View Motel angekommen. Wir haben das Zimmer No. 1, direkt an der Straße, was aber nicht schlimm ist, weil hier so gut wie kein Verkehr herrscht. Das Auto steht wieder vor der Tür. Und tatsächlich haben wir ein Zimmer mit harbour view. Wir sind sehr freundlich an der Rezeption empfangen worden. 

Zunächst haben wir nach der langen Fahrt einen Spaziergang zum Hafen unternommen. Hier liegen die Boote für den Rock Lobster Fang, der am 1. Oktober wieder begonnen hat. Wie wir im Ort erfahren haben, gibt es, da die Fangsaison gerade gestartet ist, noch nicht viel Lobster in den Restaurant zu essen und wenn dann sehr teuer. Denn die meisten Lobster werden lebend nach China geliefert. Schade, wir hatten uns auf ein Lobster-Essen gefreut.

Die Fahrt hierher war wieder wunderschön und landschaftlich abwechslungsreich. Wir fuhren durch Gegenden mit riesigen Kuh- und Schafweiden, danach durch eine Region mit gigantischen Pinienwäldern, in der sehr viel Holzwirtschaft betrieben wird. Und später kamen wir an traumhaften Küstenorten vorbei.

Heute haben wir etwas mehr Glück mit dem Wetter. Es ist oft sonnig und etwas wärmer. Jedoch immer noch herrscht ein rauher eisiger Wind vor. Aber im Auto macht uns das gar nichts aus.

In Beachport stoppen wir, weil diese Ortschaft in unserem Reiseführer als besonders beschrieben ist. Hier gibt es einen der längsten Jetty’s Australiens: 772 m führt er ins derzeit tosende Meer hinaus. Wir sind trotzdem ein langes Stück auf dem Jetty gegangen.

Eine weitere Attraktion des Ortes sind die traumhaften Strände und Buchten. An einem Strand trafen wir einen Kite-Surfer, der heute seinen ersten Kite-Trip in diesem Jahr unternommen hat. Er war ganz froh, dass es endlich wieder los geht. 

Es gibt in Beachport den wunderschönen Bowman Scenic Drive, auf dem man durch eine Art Heidelandschaft mit Büschen und Zugängen zu Stränden oder zu Felsformationen am Meeresufer entlangfahren kann. Wirklich einzigartig. Und heute mit dem Sonnenschein leuchtet das Wasser türkis wie im Bilderbuch.

Jetzt am Abend werden wir noch einen kleinen Spaziergang durch Robe unternehmen. Morgen früh gehts weiter. Wieder eine längere Fahrtstrecke bis nach Victor Harbour.

Restaurant-Empfehlung: SAILS at Robe. Super leckerer Fisch, köstlicher Salat, guter Wein, sehr nette Bedienung.

Port Fairy

Bevor wir diesen wunderschönen Küstenort verlassen, unternehmen wir noch eine kleine Rundfahrt mit unserem Auto und schauen uns den kleinen Fischerhafen und die schönen Häuser ausgeschlafen und bei Tageslicht an.

Um danach wieder bei Rebecca in Rebecca‘s Café einzukehren und zu Frühstücken. Es ist so ein schöner Platz und Rebecca erinnert sich an uns, kommt an unseren Tisch und fragt, wie unser Abend gestern war und hatte sich schon Gedanken gemacht, ob wir denn auch alles gefunden haben, was sie uns gestern empfohlen hat.

Das Frühstück hält was das Café verspricht. Ich habe ein leckeres getoastetes Sauerteigbrot mit smashed Avocado, Rucolablättern, Minzeblättern und Ziegenkäse darauf gegessen und Berthold bestellte sich Eggs & Bacon auf Toast. Superlecker. Nicht zu vergessen die yummy Wholemeal-Fruit-Scones.

Ich mußte unbedingt das schöne Port Fairy noch einmal hervorheben. Bisher die schönste und angenehmste Ortschaft auf der Tour.

 

Von Apollo Bay nach Port Fairy

Kurz hinter Apollo Bay führt die Great Ocean Road etwas von der Küste weg und durch die Otway Ranges. Es ist eine wunderschöne Strecke durch komplett unterschiedliche Landschaften. Vorbei an vielen großen Weideflächen mit Rindern oder Schafen, durch sattgrüne hügelige Landschaften und dann wieder durch Primär-Regenwald mit riesigen Baumfarnen und unglaublich hohen und dicken Eukalyptusbäumen. 

Es gibt etliche Möglichkeiten für Wanderungen auf dieser Strecke. Wir bogen als erstes bei Maits Rest ab. Dort haben wir einen ca. 1/2 stündigen Rundweg durch den wirklich unglaublichen Urwald unternommen. Dann fuhren wir die Great Ocean Road weiter.

 

Nächster Stopp war die Cape Otway Lightstation. Diese Lightstation ist mittlerweile ein Freilichtmuseum und kostet 19 AUD pro Person Eintritt. Hier steht der älteste Leuchtturm Australiens von 1848 und bezeichnet den Eingang zur Bass-Straße. Da habe ich mich gestern vertan.

Es ist so unglaublich windig und kalt heute, dass es uns dort oben auf der Klippe, wo der Leuchtturm steht, fast wegweht. Also kehren wir, nachdem wir nur kurz die Aussicht genossen haben, in das super schöne kleine Café ein, das zu dieser alten Ansiedlung um den Leuchtturm gehört.

Von der Lightstation aus fuhren wir wieder zurück zur Great Ocean Road und weiter in Richtung unseres Tagesziels, um am Abzweig Triplet Falls wieder von unserer Route abzubiegen. Zu den Triplet Falls sind es ca 20 km zu fahren. Zwischendurch gab es von diesem Abzweig aus auch noch die Möglichkeit eine Baumwipfelwanderung oder eine 2,5 stündige Zip-Line-Tour durch die Baumwipfel zu unternehmen, aber dazu hatten wir dann keine Lust, das war uns zu überlaufen. Jedoch muss man auch sagen, dass hier gerade Frühlingsferien sind und man zu anderen Zeiten vielleicht etwas mehr Glück hat um etwas ruhigere Wipfelwanderungen zu unternehmen.

Am Ausgangspunkt zur Triplet Falls Wanderung standen nur 5 Autos. So gefällt uns das. Die Rundwanderung ist mit 2 Stunden beschrieben und wir waren auch gut 2 Stunden unterwegs. Dieser Wanderweg ist einfach nur schön. Der Duft, die Bäume mit den gigantischen Wurzeln, überall wuchert und wächst es. Die Farne stehen wie riesige Schirme am Wegesrand und dazu das Vogelgezwitscher … Berthold und ich wanderten glücklich und zufrieden und staunend den Weg zum Wasserfall. 

Wieder zurück auf der Great Ocean Road waren unser nächster Stopp die 12 Apostel. Große Felsen die vor der spektakulären Küste im Meer stehen. Von denen jedoch, nach dem letzten Felssturz im Juli 2005, nur noch 8 Felstürme übrig geblieben sind.

Da die 12 Apostel eine DER Attraktionen der Great Ocean Road sind, war hier natürlich auch ordentlich viel los. Die Aussichtspunkte standen voller Autos. Also entschlossen wir uns kurzfristig dazu, dass wir uns die Apostel und die London Bridge, eine weitere Felsformation im Wasser die wie eine Brücke aussieht, von oben anzuschauen, nämlich per Hubschrauber. Ein viertelstündiger Rundflug kostet 145 AUD pro Person.

Wir mußten eine gute halbe Stunde warten, bis es los ging. WAHNSINN. Ich bin im Hubschrauber geflogen. Alleine das war ja schon spektakulär. Für Berthold war es nicht der erste Hubschrauber-Flug, also hatte ich den Platz direkt am Fenster bekommen. Leute – Hubschrauber fliegen ist einfach unbeschreiblich. Das könnte glatt mein neues Hobby werden. 😉

Wir überflogen die Weiden zu den Klippen hin, dann die Apostel entlang. Unter uns schäumte das Meer an den steilen Wänden der Küste. Wir haben jede Minute des Fluges genossen. Und ich vor allem die Kurven. Und die Landung. Toll.

Nach so vielen Abstechern und Unternehmungen waren wir dann auch wirklich geschafft und die letzten 70 km bis Port Fairy fuhren wir dann durch.

Port Fairy, ein ehemaliger Walfangort, ist ein wunderschönes, idyllisches, kleines Städtchen, das sich noch den Charme aus der Kolonialzeit erhalten hat. Mit schönen Häusern, netten Cafés und einigen Restaurants. Da wir etwas zu früh fürs Dinner unterwegs waren, haben wir zunächst in Rebeccas Café einen Kaffee und einen Tee zum Aufwärmen getrunken. Rebecca ist sehr freundlich und das Café ist liebevoll sehr gemütlich eingerichtet. Und es gibt köstliche Multigrain-Scones. 

Für das Dinner haben wir uns für ein italienisches Restaurant entschieden. L’Edera, Bank Street 20. Das war eine sehr gute Entscheidung. Das Restaurant ist in einem schönen Gebäude, es ist gemütlich und sehr geschmackvoll eingerichtet und wir haben zu unserem wirklich guten Abendessen einen köstlichen italienischen Wein getrunken. Das ist ein schöner Abschluss eines  ereignisreichen Tages voller Eindrücke und Bildern.

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Wir übernachten in Port Fairy im Motel The Victoria. Wir haben ein kleines Apartment im Erdgeschoss, es gibt noch ein größeres über uns, mit dem wir uns eine Doppelgarage teilen. Coole Sache so ein Motel. Das Zimmer ist sauber und hat eine kleine Kochecke. Perfekt.

Da wir in der Frühlingsferienwoche unterwegs sind haben wir dann doch von Melbourne aus über booking.com alle Unterkünfte auf diesem Weg vorgebucht. Wir zahlen zwischen 90 und 120 Euro pro Nacht.